Fünf Tipps, damit die Kompostierung gelingt!

Kompost ist ein wertvoller Dünger und guter Bodenverbesserer. Doch kann man bei der Kompostierung einiges falsch machen. Damit das nicht passiert, hier die fünf wichtigsten Tipps zur Kompostierung.

So wird aus Garten- und Küchenabfällen ein wertvoller Kompost:

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  1. Die richtigen kompostierbaren Materialien im richtigen Verhältnis mischen
    Auf einen Komposthaufen kommen optimalerweise nur Garten- und ungekochte Küchenabfälle pflanzlichen Ursprungs. Damit die Kompostierung optimal vonstattengeht, mischt man stickstoffhaltige („grüne“) und kohlenstoffhaltige („braune“) Bestandteile miteinander. Zu den grünen Zutaten gehören beispielsweise Abfälle vom Gemüseputzen und Schälen, Rasenschnitt, krautige Gartenabfälle. Zu den braunen Zutaten gehören Abschnitte vom Heckeschneiden und vom Baumschnitt, Stroh und trockenes Herbstlaub. Die grünen Bestandteile bringen meist Feuchtigkeit, die braunen Bestandteile Struktur, und damit Luft, in die Mischung ein.

  2. Der richtige Behälter
So sehr ich diesen urtümlichen selbstgezimmerten Kompostbehälter liebe, für eine schnelle Verrottung wäre ein Komposthaufen mit etwas weniger Grundfläche, aber dafür mehr Höhe besser.
  • Der Kompostbehälter sollte ausreichend hoch sein, damit sich im Inneren während der Verrottung Hitze aufbauen kann, denn dann geht die Verrottung schneller vonstatten und die Samen aller Art sowie Krankheitskeime werden abgetötet. Wer wenig Material für den Komposthaufen hat, sollte einen Kompostbehälter mit weniger Grundfläche, aber dafür mehr Höhe wählen.

    Der Kompostbehälter sollte für eine gute Rotte außerdem nicht rundum komplett verschlossen sein, sondern Luft ins Innere lassen. Er sollte außerdem guten Zugang zum Kompost ermöglichen, einerseits, um von oben Maßnahmen zur Belüftung und Wasserregulierung zu ermöglichen, andererseits, um den Kompost von der Seite her prüfen und den reifen Kompost entnehmen zu können, ohne den Kompostbehälter komplett abbauen zu müssen.
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  1. Belüftung
    Der Kompost soll rotten, nicht faulen. Dafür muss Luft ins Innere gelangen. Dazu trägt einerseits ein Kompostbehälter mit ausreichend Luftzugang bei und andererseits die Vermischung von Materialien unterschiedlicher Struktur. Vor allem Grasschnitt muss mit gröberen Materialien wie trockener Stauden- und Gehölzschnitt gemischt werden, weil sich die Grashalme sonst dicht aufeinanderlegen und keine Luft dazwischen passt. Aber auch wasserhaltige Gemüseabfälle verrotten besser, wenn sie mit strukturgebenden Materialien gemischt werden. Hat man keine Sammelhaufen für die verschiedenen Materialien neben dem Kompostbehälter, so dass man sie abwechselnd einfüllen und mischen kann, gibt man sie nacheinander hinein und mischt im Behälter. Vor allem, wenn sich das Innere bereits etwas verfestigt hat, hilf ein Kompostbelüfter bei der Auflockerung und Durchmischung.
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  1. Feuchtezustand des Kompostes
    Der Komposthaufen soll für eine optimale Verrottung einerseits Luft, aber andererseits auch Feuchtigkeit enthalten, damit sich die Mikroorganismen wohlfühlen, sich vermehren und arbeiten. Bei der Verrottung vor allem der grünen Abfälle entsteht Wasser. Dadurch und durch gelegentliche Regenfälle bleibt der Kompost eigentlich von alleine ausreichend feucht. Trocknet er jedoch während einer längeren Schönwetterperiode aus, gießt man ihn ganz einfach mit einer (Schlauch-)Brause. Damit er umgekehrt bei längeren, ausgiebigen Regenfällen nicht zu nass wird, was auch zu einer Auswaschung von Nährstoffen führen würde, deckt man ihn in solchen Wetterlagen vorübergehend ab, entweder mit einem Deckel oder mit einer Folie.
  1. Reifezustand

    Je nachdem, für was man den Kompost verwenden möchte, kann man ihn früher oder später entnehmen. Soll der Kompost beispielsweise zur Bodenverbesserung im Garten verwendet werden können, muss er noch nicht komplett durchgereift, also noch nicht in einem „erdähnlichen“ Zustand (reifer Kompost) oder bereits erdigen Zustand (Komposterde) sein. Vorsicht, Frischkompost sollte nicht direkt an die Wurzeln in ein Pflanzloch gegeben werden, da der hohe Anteil gelöster Nährstoffe von jungen Wurzeln, jungen Pflanzen und grundsätzlich von manchen Pflanzenarten nicht vertragen wird.

    Will man den Kompost jedoch für die Herstellung von eigenen Erdmischungen oder für die Düngung verwenden, dann sollte der Kompost bereits dunkel, locker und krümelig, also reif sein.

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    Wie lange es dauert, bis der jeweilige Zustand erreicht ist, hängt sehr von den verwendeten Materialien und ihrer Dicke, vom örtlichen Klima, der Jahreszeit und dem tatsächlichen Wetter ab.

    Reifen Kompost sollte man möglichst bald verwenden, damit die Nährstoffe nicht abgebaut oder ausgeschwemmt werden.

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Nährstoffe bei sauren, neutralen und alkalischen Böden

Abhängig vom pH-Wert des Bodens sind wichtige Pflanzennährstoffe gut, nicht gut oder zu gut verfügbar. Warum das wichtig ist und wie man den pH-Wert des Bodens erfährt.

Eisenmangelsymptome an den Blättern einer Rose im Kübel, die über Jahre mit sehr kalkhaltigem Wasser gegossen wurde, was den pH-Wert erhöht und Eisen damit schlechter verfügbar gemacht hat.

Der pH-Wert des Bodens ist eine Maßzahl zwischen 0 und 14, die angibt, ob der Boden sauer, neutral oder basisch ist. Der neutrale Bereich liegt zwischen 6,5 und 7,5. Je weiter der pH-wert unter 6,5 liegt, desto saurer ist der Boden, je weiter er über 7,5 liegt, desto basischer.

Die meisten Gemüse, Feldfrüchte und viele andere Pflanzen gedeihen gut auf einem leicht sauren bis neutralem Boden, also bei einen pH-Wert von etwa 5,5 bis 7,5.

Es gibt aber Pflanzen, die sich an Böden im sauren oder alkalischen Bereich angepasst haben. Sauren Boden mit einem pH-Wert von ca. 4,5 bis 5,5 mögen beispielsweise viele Rhododendronarten und andere Moorbeetpflanzen. Alkalischen Boden (pH-Wert 8) vertragen Wicke, Luzerne, Ackerbohne, Spanische Esparsette, Spargel und Olivenbäume.

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Wie verhalten sich die Nährstoffe bei unterschiedlichen pH-Werten

Je nach pH-Wert des Bodens sind Nährstoffe festgelegt und damit nicht pflanzenverfügbar, gut löslich und gut pflanzenverfügbar (aber auch auswaschungsgefährdet) oder zu gut löslich und damit eventuell giftig, wenn zu viel von dem Nährstoff im Boden ist. Jeder Nährstoff verhält sich da anders.

Spezieller als die Hauptnährstoffe sind die Spurenelemente: Eisen und Mangan beispielsweise sind im sauren Boden sehr gut löslich und können sogar giftig wirken. Bei basischem Boden dagegen sind sie für manche Pflanzen überhaupt nicht verfügbar, die Folge sind Mangelerscheinungen. Eisenmangel in der Pflanze liegt also nicht immer am fehlenden Eisen im Boden, sondern daran, dass das Eisen bei einem zu hohen pH-Wert, wie er beim Gießen mit sehr kalkaltigem Wasser auftreten kann, nicht von der Pflanze aufgenommen werden kann.

Typisch für Eisenmangel in der Pflanze sind die hellen, jungen Blätter zuerst an den Triebspitzen – gut zu unterscheiden von Stickstoffmangel, bei dem zunächst die älteren Blätter gelb werden (weil Stickstoff im Gegensatz zu Eisen in der Pflanze von alten Pflanzenteilen in die neuen umgelagert werden kann).

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(Boden-Tester 3 in 1: pH, Feuchtigkeit, Licht)


Damit die Pflanzen genügend, aber nicht zu viele Nährstoffe erhalten, muss man für einen pH-Wert im leicht sauren bis neutralen Bereich sorgen.

Die meisten Hauptnährstoffe wie Stickstoff, Phosphor, Kalium, Schwefel, Kalzium und Magnesium sind im leicht sauren bis neutralem Boden gut pflanzenverfügbar. Wenn von Stickstoff allerdings mehr verfügbar ist, als die Pflanzen benötigen, weil man zu viel gedüngt hat, wird er ausgewaschen. Das kann auch bei rein organischer Düngung passieren, wenn das Wetter (warm und feucht) die Umsetzung zur pflanzenverfügbaren Form fördert. Das ist dann nicht nur schade um den verlorenen Dünger, sondern belastet Grundwasser und Gewässer.

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Verfügbarkeit von Nährstoffen in Abhängigkeit vom Boden-pH-Wert (Bild: Wikimedia Commons | FMoeckel | Gemeinfrei)

Wie kann man den pH-Wert feststellen

Der pH-Wert des Bodens kann selbst mit einem pH-Bodentest-Set oder einem pH-Messgerät (pH-Meter) überprüft werden. Wer aber einen ganz genauen Wert haben und mehr über seinen Boden wissen möchte, der sollte eine Bodenuntersuchung machen lassen. Das lohnt sich zwar nicht für einen einzelnen Topf im Kräuterregal, aber für größere Flächen.

Wodurch wird der Boden sauer oder alkalisch und was kann man tun

Der pH-Wert eines Bodens hängt zunächst vom Ausgangsgestein und anderen Materialien ab, aus denen der Boden entstanden ist. Durch sauren Regen und Auswaschungen kann er mit der Zeit saurer werden. Das kann man mit Kalkgaben oder mit alkalisch wirkenden Düngern oder Bodenhilfsstoffen ausgleichen.

Ist ein Boden aufgrund des Ausgangsgesteins, auf dem er sich entwickelt hat, alkalisch, kann man das kaum dauerhaft verändern. Wer hier sauren Boden liebenden Rhododendron oder andere Moorbeetpflanzen anpflanzen will, der muss tatsächlich den Boden austauschen. Nachhaltiger ist es, Pflanzen auszuwählen, die mit dem höheren pH-Wert zurechtkommen.

Wenn ein Boden im Gewächshaus, unter einem Dachvorsprung oder die Erde in Pflanzgefäßen durch die regelmäßige Verwendung von hartem Gießwasser einen zu hohen pH-Wert hat, kann man die oberste Bodenschicht austauschen beziehungsweise ist Umtopfen in frische Erde angesagt. Vor allem, wenn die Mineralablagerungen auf dem Boden bereits gut sichtbar sind. Außerdem sollte man auf Regenwasser oder gefiltertes Wasser zum Gießen (zumindest als Beimischung) umstellen. Regen aufzufangen und zum Gießen zu verwenden, spart auch Wasserkosten. Auf Flächen mit Bewuchs kann man versuchen, den pH-Wert durch das vorsichtige Einarbeiten von Rhododendronerde oder saurer Komposterde (mit hohem Laub- und/oder Nadelanteil) abzusenken.

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Maulwurfsgrillen im Hochbeet

Wenn die frisch gekeimten Aussaaten verwühlt sind und man waagerechte Gangsysteme im Hochbeet findet, dann könnte eine Europäische Maulwurfsgrille am Werke sein. Dieses Insekt tritt im Garten nicht nur im Hochbeet, sondern auch in ebenerdigen Beeten, in Frühbeeten und im Rasen auf. Was sind das für Tiere, wann werden sie zum Pflanzenschädling und wie wird man sie umweltverträglich los?

In letzter Zeit hört man öfter von Maulwurfsgrillen im Hochbeet. Kein Wunder, da Hochbeete wegen ihrer Vorteile („versteckte Kompostierung“, Gärtnern ohne tiefes Bücken etc.) in den letzten Jahren sehr beliebt geworden sind. Da ich schon häufig Anfragen zur Bekämpfung von Maulwurfsgrillen im Hochbeet und anderswo erhalten habe, beantworte ich die aufgetauchten Fragen mit diesem Blogbeitrag.

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Die Europäische Maulwurfsgrille kann schwimmen, tauchen, fliegen und sich sowohl auf als auch unter der Erde gut bewegen. Hochbeete (und andere Flächen) sind für sie wegen des lockeren, feucht-warmen Bodens und wegen des Angebotes an tierischer und (notfalls) pflanzlicher Nahrung darin interessant. (Bild: Wikimedia Commons | Muséum de Toulouse, Didier Descouens | Lizenz: CC BY-SA 4.0)

Was sind Maulwurfsgrillen?

Die Familie der Maulwurfsgrillen (Gryllotalpidae) gehört zur Ordnung Heuschrecken und speziell zur Unterordnung der Langfühlerschrecken. Wie alle Insekten haben sie 3 Beinpaare, wobei sich die Vorderbeine zu kräftigen Grabschaufeln entwickelt haben. Es gibt etwa 100 Arten Maulwurfsgrillen, die in sechs Gattungen aufgeteilt sind. In Mitteleuropa gibt es aber nur eine Art: die Europäische Maulwurfsgrille.

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Die Europäische Maulwurfsgrille (Gryllotalpa gryllotalpa)


Die Europäische Maulwurfsgrille wird auch Gemeine Maulwurfsgrille, Erdwolf, Erdkrebs oder Werre genannt. Die erwachsenen Tiere werden bis zu 6 cm lang – die Männchen sind etwas größer als die Weibchen. Sie besiedeln gerne Wiesen in der Nähe von Gewässern, aber auch Gärten – ein gepflegtes Hochbeet, ein Frühbeet oder der alte Komposthaufen mit lockerem Boden und ausreichend Feuchtigkeit in Sonnenlage erscheint ihnen als eine wunderbare Bleibe. Man muss jedoch keine Wanderungen und „Überfälle“ wie bei manchen Heuschrecken befürchten und die Europäische Maulwurfsgrille fliegt auch nur während der Paarungszeit zur Partnerfindung.

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Typisches Gangsystem von Maulwurfsgrillen (Grafik: Wikimedia Commons | Urheber Roger Zenner | Lizenz CC BY-SA 2.0 DE)

Die Europäische Maulwurfsgrille lebt überwiegend unterirdisch in einem Gangsystem und ist nachtaktiv. Ihre Gänge verlaufen wenige Zentimeter parallel unter der Oberfläche, lediglich Gänge zu den Nestern und Vorratskammern führen etwas tiefer.

Die Europäische Maulwurfgrille ist „MischköstlerIn“: Sie ernährt sich hauptsächlich von Insekten und deren Larven, Schnecken und deren Eiern sowie Würmern und nur in der Not von Pflanzenwurzeln. Schädlich werden Maulwurfsgrillen bei Massenauftreten vor allem durch das Anlegen ihrer Gangsysteme – durch die Wühltätigkeit verlieren Keimlinge und Jungpflanzen den Bodenkontakt und vertrocknen. Allerdings beißen sie auch Pflanzenwurzeln über ihren Nestern ab, damit der Boden dort kahl wird und besser von der Sonne erwärmt werden kann.

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Bei (Hobby-)GärtnerInnen, anderen Anbauern und bei in der Grünlandpflege Tätigen ist die Europäische Maulwurfsgrille wegen der Grabaktivitäten und den Schäden, die sie an Grasnarbe, Wurzeln, Knollen und Saaten anrichten kann, wenig beliebt. Dagegen hilft auch nicht das „Singen“ (Lockrufe – kann man sich hier anhören – und Minnegesänge) der Männchen während der Paarungszeit, die im April bis Juni stattfindet und zu der die Tiere nachts ihre Tunnelsysteme verlassen. Mit kurzem Zirpen bei Störungen warnen, können nicht nur männliche, sondern auch weibliche Tiere.

Nach der Paarung legt das Weibchen mehrere Hundert Eier verteilt über mehrere nestartige Erdhöhlen, die sie bewacht. Die Larven schlüpfen nach etwa 10 Tagen. In den nächsten 12 bis 24 Monaten durchlaufen sie mindestens fünf Häutungen, bis sie zum geflügelten, geschlechtsreifen erwachsenen Tier werden. Als erwachsenes Tier leben sie noch etwa 1 Jahr lang. Die Larven überwintern zum ersten Mal im dritten Larvenstadium in tiefen Bodenschichten.

Wie kann man Maulwurfsgrillen loswerden

Weil die Europäische Maulwurfsgrille bei Massenvermehrung Schäden an Gemüse, Getreide, Rasen/Wiese und Weinreben hervorrufen kann, wurde sie jahrelang bekämpft. Mit der Folge, dass sie inzwischen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten der BRD steht – 1998 war sie noch auf der Vorwarnliste, nun ist sie laut NABU nach der „Gefährdungsanalyse der Heuschrecken Deutschlands von 2002″ in der Kategorie 2 (stark gefährdete Arten). Angesichts dessen, sollte man sich beim Auftreten der Maulwurfsgrille im eigenen Garten überlegen, ob eine Bekämpfung wirklich nötig und sinnvoll ist, schließlich ist sie ja auch nützlich.

Gegen die Europäische Maulwurfsgrille gibt es aktuell keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel für den Hausgarten und von so genannten „Hausmitteln“ wie das Einbringen von Petroleum, Speiseöl oder Buttersäure in die Gänge ist wegen der Gefahr der Boden- und Grundwasserverunreinigung unbedingt abzuraten.

Natürliche Feinde der Maulwurfsgrillen

Zunächst sollte man versuchen, die Maulwurfsgrillen im Garten mit der Förderung ihrer natürlichen Feinde unter Kontrolle zu bekommen. Ihre natürlichen Widersacher sind größere Vögel, beispielsweise Amseln und Krähen, aber auch Maulwurf und Dachs, wobei die beiden erstgenannten
ebenfalls Aussaaten verwüsten können, wenn sie in der Erde nach den Leckerbissen suchen, und man die beiden letztgenannten auch eher nicht im Beet oder Hochbeet haben möchte. Da Maulwurfsgrillen bei Regen an die Erdoberfläche kommen, werden sie dann auch von Igeln (wenn Zugang zum Hochbeet beispielsweise bei Hochbeet am Hang), Spitzmäusen, Hühnern (am besten vor dem Anbau über die Beete laufen lassen) und nicht wasserscheuen Katzen erwischt.

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Hat sich die Maulwurfsgrille stark ausgebreitet, kann man sie mit Gläsern und Dosen, die man ebenerdig eingräbt, fangen und in der freien Natur wieder aussetzen. Am besten legt man Holzleisten sternförmig zu den Dosen – die Tiere laufen an ihnen entlang und fallen in die Dosen. Die Dosen müssen regelmäßig überprüft werden, auch um „Beifang“ wie beispielsweise die nützlichen Laufkäfer freizulassen, bevor sie Schaden nehmen.

Ab Mai kann man auch die Nester ausgraben und die Larven den Vögeln anbieten.

Nützlingsproduzenten bieten zudem Nematoden (Steinernema carpocapsae) an, die ab einer Bodentemperatur über 12 Grad Celsius gegen die erwachsenen Tiere wirksam sein sollen. Ob das mit dem Artenschutz einer gefährdeten Art zusammenpasst, hängt von der lokalen Situation ab.

Ist man unsicher, kann man beim regionalen Gartenbauberater/Kreisfachberater oder der unteren Naturschutzbehörde (Landratsamt) um Rat fragen.

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Disclaimer
Artenschutz-Einstufungen und Vorschriften ändern sich ständig. Ich habe sorgfältig recherchiert, aber ich kann keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen geben. Jede Haftung ist ausgeschlossen.

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Wann wird gesät und gepflanzt – auf das Anbau-Timing kommt es an

Basilikum und Fleißiges Lieschen im Januar ins Freie pflanzen? Macht keinen Sinn, denn sie sind nicht frosthart. Tomaten im September für das Freiland aussäen? Ebenfalls nicht zu empfehlen, denn Tomaten brauchen für Wachstum, Blüten- und Fruchtentwicklung wochenlang Licht und Wärme, aber ab September wird es kälter und die Tage kurz und dunkel. Für alles gibt es mehr oder weniger gute und völlig ungeeignete Zeiten. Zwar gibt es Gartenkalender, in denen man nachlesen kann, was in welchem Monat zu tun ist, aber zur grundsätzlichen Orientierung hier ein paar Einblicke ins Anbau-Timing im Garten und auf dem Balkon (und auch, was es mit den Eisheiligen auf sich hat) für Einsteiger.

Wann pflanzt man welche Gemüse und Kräuter, Blumen, Stauden, Sträucher und Bäume? Überblick nach Pflanzengruppen.

Wann pflanzt man Blumenzwiebeln, Stauden, Ziergräser?

Stauden sind Pflanzen, die sich im Winter Richtung Boden zurückziehen, entweder in oder knapp über den Boden, und im Frühjahr oder Sommer austreiben. Manche Stauden überdauern in Rhizomen („im Wurzelstock“), andere in Zwiebeln (Blumenzwiebelpflanzen), Knollen oder anderen Wurzelspeicherorganen.

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Blumenzwiebeln – Frühjahrsblüher

Winterharte Blumenzwiebelpflanzen, die im Frühjahr blühen, werden bereits im Herbst gepflanzt. Sie benötigen eine kühle Phase, um dann, wenn es wärmer wird zur Blüte zu kommen. Frühjahrsblühende Blumenzwiebelpflanzen sind beispielsweise Krokusse, Tulpen, Narzissen und Zierlauch. Wenn Sie im Spätwinter und Frühjahr bunte Blumen im Beet, Rasen oder im Blumenkübel sehen wollen, pflanzen sie im Herbst. Später gepflanzte Blumenzwiebeln blühen später – und grundsätzlich nur, wenn sie noch genug Kälteeinwirkung abbekommen.


Diesen Balkan-Krokus (Crocus chrysanthus ‚Blue Pearl‘) habe ich statt zur normalen Pflanzzeit für Frühlingsblüher (im Herbst des Vorjahres) erst im Januar in einen Kübel im Freien gepflanzt. Sie blühten zwei Wochen später als die Krokusse, die schon mehrere Jahre am gleichen Standort standen. Dieses Überlagern von Blumenzwiebeln funktioniert aber nicht immer, weshalb man sich als Anfänger lieber an die Angaben auf der Verpackung oder auf der Webseite des Verkäufers halten sollte.

Blumenzwiebeln – Sommerblüher und Herbstblüher

Pflanzen aus Blumenzwiebeln und Knollen, die im Sommer blühen, werden im Frühjahr gepflanzt. Solche, die im Herbst blühen, kommen im Sommer in die Erde.

Mehr zu Pflanzen aus Blumenzwiebeln und Knollen (mit Tabelle mit Pflanz- und Blütenzeiten)
Mehr zu Frühlingsboten

Hinweis:
Nicht winterharte Knollen wie die von Begonien und Dahlien müssen im Herbst vor dem Frost ausgegraben und eingelagert werden. Begonien werden ab Februar drinnen vorgezogen, bis sie nach den Eisheiligen rausdürfen. Dahlienknollen können ab Mai direkt ins Beet oder in einen Kübel gepflanzt werden.

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Gartenstauden, Ziergräser, Rosen und Gehölze

Winterharte Gartenstauden, Ziergräser, Rosen und Gehölze werden im Herbst oder Frühjahr gepflanzt. Sie sind dann entweder im unbelaubten Zustand oder zumindest relativ inaktiv, wodurch die Umbettung sie weniger stresst.

Die Herbstpflanzung hat den Vorteil, dass die Pflanzen Zeit haben, gut anzuwachsen, bevor sie im nächsten Jahr langsam aktiv werden.

Für empfindliche Gartenstauden-, Ziergräser- und Gehölzarten oder Sorten bevorzugt man aber die Frühjahrspflanzung, weil das Risiko eines Frostschadens geringer ist.

Wurzelnackte Rosen sind weitgehend unbelaubt und stark zurückgeschnitten. Sie werden im Herbst ohne Topf angeboten, meist sind die Wurzeln nur in einem Beutel mit sehr wenig Erde verpackt. Wurzelnackte Rosen werden von Oktober bis März gepflanzt, wobei der Herbst besser ist, weil die Rosen da noch frischer sind und mehr Zeit zum Anwachsen haben.

Kann man Stauden, Ziergräser, Rosen oder Gehölze aus irgendeinem Grund erst im Sommer, also im belaubten Zustand, pflanzen, sollte man gesunde, kräftige Pflanzen mit ausreichend großem Topf oder Kübel kaufen und beim Pflanzen darauf achten, dass der Wurzelballen nicht auseinanderfällt, sondern die Erde und die feinen Wurzeln miteinander verbunden bleiben. Eine Pflanzung mit „nackten Wurzeln“ glückt im Sommer bei sonnig heißem Wetter nur bei wenigen Pflanzenarten, weil bei den meisten oberirdisch zu viel Wasser über das Laub verdunstet wird, die Feinwurzeln aber noch zuwenig Erdkontakt haben, um Wasser und Nährstoffe bedarfsgerecht nach oben zu liefern. Zur Pflanzung wählt man möglichst eine Wetterphase mit nicht zu hohen Temperaturen und bedecktem Himmel und/oder man stellt einen Sonnenschutz auf. Aber vor allem, darf man das Angießen nicht vergessen!
Beliebte Gartenstauden sind beispielsweise Rittersporn, Taglilie (Hemerocallis), Lilie (Lilium) und Flammenblume (Phlox).

Mehr zu Gartenstauden

Wann bepflanzt man Beete und Balkone?

Traditionell werden saisonale Bepflanzungen von Beeten, Balkonkästen und Kübeln mit Pflanzen aus dem „Beet- und Balkonpflanzen-Sortiment“ bepflanzt. Das sind frostempfindliche Pflanzen, die in unserem Klima nur ein oder zwei Jahre leben (natürlicherweise oder weil sie aus wärmeren Gefilden stammen und bei uns nicht länger überleben).

Die Hauptpflanzzeit für diese Beet- und Balkonbepflanzungen ist nach den Eisheiligen, also nach dem 15. Mai. Man kann sie entweder im Frühjahr selbst anziehen oder sie ab Ende April in der Gärtnerei oder im Gartenfachhandel kaufen.

Die Eisheiligen
Die Eisheiligen sind ein wichtiger Termin für Gärtner und Gärtnerinnen, denn es sind die Tage mit den letzten Frösten vor dem Sommer. Diese Tage werden aufgrund jahrhundertelanger Beobachtungen alljährlich vom 11. bis zum 15. Mai erwartet. Sie heißen Mamertus (11. Mai), Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai), Bonifatius (14. Mai) und Kalte Sophie (15. Mai). Allerdings halten sie ihre Termine nicht immer ganz genau ein. Manchmal kommen sie etwas früher, manchmal auch später – bis zu zwei Wochen -, manchmal bleiben sie auch aus (hallo Klimawandel!). Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte im Mai den lokalen (Agrar-) Wetterbericht verfolgen und frostempfindliche Pflanzen (südländische Kübelpflanzen, Gemüse, Kräuter und Sommerblumen) erst dann an exponierte Stellen ins Freie pflanzen/stellen, wenn der lokale Wetterdienst keinen Nachtfrost oder Bodenfrost mehr vorhersagt. Erst nach den Eisheiligen plus 2 Wochen kann man wirklich (fast) sicher sein, dass es auch nachts – selbst bei sternenklarem Himmel – nicht mehr friert. Siehe auch Eisheiligenvorhersage und Schutz
< Schafskälte
Die Schafskälte ist ein unregelmäßig auftretender Kälteeinbruch zwischen dem 4. und dem 20. Juni. Er tritt nur in manchen Jahren auf und in manchen Regionen kann es sogar einen zu Anfang und einen weiteren Kälteeinbruch gegen Ende dieser Zeitspanne geben. Problematisch kann dieser Temperatursturz für kälteempfindliche Pflanzen ohne Schutz und die frisch geschorenen Schafe sein (daher auch der Name).

Bekannte Beet- und Balkonblumen für die Sommersaison sind beispielsweise Petunien, Verbenen, Geranien, Margeriten, Zauberglöckchen, Australisches Gänseblümchen, Lobelien und viele mehr.

Sommerblumen kann man auch sehr gut mit Kräutern und Gemüsen zusammenpflanzen. Allerdings sollte man dann Blüh-/Zierpflanzen verwenden, die auch Nahrungsmittelkriterien entsprechen, also beispielsweise Biopflanzen.

Bunter Balkonkasten mit Kräutern, Gemüsen und Sommerblumen (aufgenommen in der Kleingartenanlage der HSWT in Freising/Am Staudengarten)
Flexibler ist man, wenn man in Kübel und Töpfe pflanzt: Man kann die Pflanzen immer wieder neu kombinieren.
Hornveilchen gehören zu den zweijährigen Pflanzen. Entweder man sät sie selbst schon im Vorjahr aus oder man kauft sie Ende März und härtet sie langsam ab (und zieht sie bei angekündigten Nachtfrösten sicherheitshalber nahe ans Haus oder stellt sie ins frostfreie Gewächshaus).

Tipp: Nachhaltige Beet- und Balkonbepflanzung
Weil viele Stauden und Gehölze gute Futterpflanzen für Schmetterlinge, Honigbienen und Wildbienen sind, werden mehrjährige Pflanzen wie Stauden und Gehölze nicht mehr nur in Staudenbeete o. Ä. gepflanzt, sondern auch in Balkonkästen, Töpfe und Kübel. Das ist nicht nur bienen- und schmetterlingsfreundlich, sondern auch kostengünstiger und nachhaltiger, weil so weniger Pflanzen schon nach einer Saison auf dem Komposthaufen landen.

Zum Aufhübschen von Terrassen und Balkonen werden im Herbst vom Handel auch spätblühende kompakte Stauden in kleinen Töpfen angeboten. Pflanzt man sie nach dem Verblühen in ein Beet, erlebt man manchmal im nächsten Herbst ein „explodiertes Wunder“, wenn aus dem handlichen Pflänzchen für den Gartentisch eine Aster von über einem Meter Höhe geworden ist.

Siehe auch Mehrjährige Pflanzenfreude auf Balkonien und Terrassien

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Wann Gemüse und Kräuter aussäen und pflanzen?

Mit den ersten Gemüsearten darf man im Frühjahr ins Freiland, wenn der Boden nicht mehr schmiert – das ist irgendwann im März je nach Region und Wetterverlauf des Jahres. Zunächst werden frühe Arten (Frühjahrssorten!) gesät und gepflanzt und zunächst mit Vlies geschützt. Mehr zum Frühjahrsanbau: Gemüse im Frühling


Tomaten für Garten und Balkon werden im März ausgesät und herangezogen und ab Mitte Mai nach den Eisheiligen ins Freie gepflanzt. Die Ernte beginnt dann etwa im August und dauert – wenn alles gut geht – bis Anfang Oktober. Wer keinen hellen, warmen Platz für die eigene Anzucht hat, kauft im Mai Jungpflanzen und pflanzt sie in Pflanzgefäße oder ins Beet.

Ansonsten ist das Frühjahr die Zeit, im Gewächshaus und auf der Fensterbank Tomaten, Chili & Paprika, Auberginen etc. auszusäen und vorzuziehen, die man nach den Eisheiligen ins Freie pflanzen kann. Besonders wärmebedürftig sind Süßkartoffeln. Man pflanzt sie besser erst im Juni. Die Sommergemüse stehen dann bis zum Spätsommer, manche bis zum Herbst.
Ab August gilt es aber auch, auf einigen Beeten im Freien und im Kleingewächshaus die Gemüse für die Ernte im Herbst und Winter auszusäen oder zu pflanzen.
Im Freien überwintern können beispielsweise Porree, Rosenkohl und Grünkohl, im kalten Gewächshaus stehen der im Herbst gesäte (oder gepflanzte) Feldsalat, Spinat, Winterportulak, Löffelkraut (und in milden Gegenden auch Salatrauke), die an frostfreien Tagen geerntet werden können.

Übrigens ist Feldsalat ein Gemüse mit einer guten „Gründüngungswirkung“. Mehr dazu:
Welche Gemüse man im August noch anbauen kann.
Gründüngung

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Buchtipp:

Gärtnern in Töpfen:*
Balkon und Terrasse mit Pflanzen gestalten*
Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 1. Auflage (2019)
Taschenbuch/Klappenbroschur, 128 S.,
86 Farbfotos, 3 Farbzeichungen, 17 Tabellen
ISBN 3-8186-0635-8





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