
In torffreier Blumenerde gelingen die Pflanzen auch prächtig
Der wichtigste Bestandteil vieler Blumenerden und anderer Substrate ist Torf. Vor allem die Torfkultursubstrate und Einheitserden, aber auch die nicht standardisierten Erden sind voll davon. Zwar müssen die Zusammensetzungen nicht mehr auf der Verpackung angegeben werden, doch laut BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland lagen die Angaben vor der neuen Gesetzeslage bei 80 bis 100 Prozent Torfgehalt. Daran wird sich nicht so viel geändert haben.
Kritik am industriellen Torfabbau
Der industrielle Torfabbau steht zunehmend in der Kritik, denn die Moore, die für die Torfgewinnung trockengelegt werden, sind über Jahrtausende entstanden und wertvoller Lebensraum für viele spezialisierte Pflanzen (z. B. fleischfressender Sonnentau, besondere Orchideen) und Tiere (z. B. Sumpfohreule und Birkhuhn, besondere Falter und Libellen). Außerdem sind sie wichtige Kohlendioxidspeicher. Bei Trockenlegung wird dieses “Treibhausgas” frei. Laut BUND stammen 4,5 Prozent der deutschen Emissionen aus entwässerten Mooren.
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Blumenerde ohne Torf
Die Blumenerde-Hersteller haben Alternativen entwickelt. So wird Torf oft ganz oder teilweise durch Rindenhumus (kompostierte Rinde), Grüngutkompost, Holzfaserstoffe und andere Beigaben ersetzt. Und wer sich beim Blumenerdekauf für die torffreien Varianten, die es längst in jedem Gartencenter und Baumarkt gibt, entscheidet, tut also etwas für Klima und Umwelt.
Bio-Blumenerde
“Bio” und “torffrei” sind zwei ganz unterschiedliche Qualitätskriterien. “Torffrei” ist noch nicht “bio” und “bio” bedeutet nicht automatisch “torffrei”. Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte als “torffrei”, kauft torffreie Bio-Erden. Torffreie Bio-Erden sind nicht nur torffrei, sondern auch nach den Vorgaben der EU (EU-Öko-Verordnung) oder der Bio-Produktionsverbände (demeter, Bioland u. a.) hergestellt worden.
Torffreie Bio-Erden
Beispiele für torffreie Bio-Erden:
- BIO Pflanzsubstrat ohne Torf von ASB Greenworld
- Bio-Universalerde torffrei von Compo
- BioLine frux Ökoblumenerde
- Fruhstorfer-Bio-Blumenerde
- NeudoHum Blumenerde von Neudorff
Der BUND für Umwelt und Naturschutz veröffentlicht regelmäßig einen Einkaufsführer für torffreie (Bio-) Blumenerden (siehe unten).
Torffreie Blumenerde selbst mischen
Wer seine torffreie Blumenerde selbst mischen möchte, kann dies zum Beispiel mit dem folgenden Blumenerde-Rezept.
Man mische diese Zutaten:
- 25% Rindenhumus
- 25% Gartenkompost
- 50% Gartenerde
oder
- 35% Holzfaserstoffe
- 30% Rindenhumus
- 25% Gartenkompost
- 10% Ton
Haben Sie/du andere Rezepte? Ich freue mich, wenn Sie/du diese per Kommentar mit uns teilen!
Blumenerde sparen
Wegen der unangenehmen Erde-Schlepperei (Bootcamp-Fitness mit Schlammcatchen im Baumarkt) versuche ich, Blumenerde zu sparen. Wenn ich beispielsweise Kübel oder Töpfe neu bepflanze, dann gebe ich in das neue Gefäß aus Ton oder Terracotta unten ein paar Tonscherben hinein (später darf man dann aber nur mit Arbeitshandschuhen in solchen Töpfen graben), dann eine oder mehrere abgestorbene Pflanzen vom Vorjahr mit den Wurzeln nach oben (die Pflanzen können da unten zu Kompost verrotten), dann erst frische Blumenerde, in die ich die neue Pflanze einpflanze.
Weitere Informationen
- Einkaufsführer für torffreie Erden
(BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland)








