Smarte grüne Welt? Digitalisierung zwischen Überwachung, Konsum und Nachhaltigkeit (Buchvorstellung**)

In ihrem neuen Buch „Smarte grüne Welt? Digitalisierung zwischen Überwachung, Konsum und Nachhaltigkeit“, das gerade beim oekom Verlag erschienen ist, beleuchten die Autoren Steffen Lange und Tilman Santarius die Chancen und Risiken der Digitalisierung: Wie wirkt sie sich langfristig auf Wirtschaft, Umwelt, Arbeitsleben, Gesellschaft und Politik aus? Mein Fazit vorab: für jeden, der mitreden und am besten auch mitgestalten möchte, unbedingt lesenswert.

Smarte grüne Welt - Buchcover mit Werbelink

Smarte grüne Welt? Im ersten Moment, als ich den Titel las, dachte ich, es geht in dem Buch um Smart Garden – entsprechend Smart Home, nur mit smarten Gartengeräten. Doch in diesem Buch stehen:

  • Smart für Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Machine Learning, Big Data, Industrie 4.0 etc.,
  • grün für ökologisch, nachhaltig, energiesparend, ressourcenschonend etc. und
  • Welt für Wirtschaft, Umwelt, Arbeitsleben, Gesellschaft, Politik, Demokratie, Teilhabe, Gerechtigkeit.

Als mir das klar wurde, war ich noch mehr interessiert, denn es soll mir mit der weiteren Digitalisierung nicht wie mit dem Internet ergehen, dessen Schattenseiten ich vor lauter Begeisterung (vor allem in den 1990er Jahren) lange nicht kommen sah. Ich erwartete, in dem Buch Aspekte und Hinweise zu finden, die mir helfen würden, die derzeitigen Entwicklungen wie Internet der Dinge (Internet of Things, IoT), Intelligente Geräte und Fahrzeuge, Intelligente Stromnetze, Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen, Big Data, Industrie 4.0 etc. und ihre Auswirkungen auf unser jetziges Leben und die Zukunft besser einordnen zu können.

Was bringt die Digitalisierung für Ökologie, Demokratie und Gerechtigkeit?

Es versteht sich von selbst, dass jeder hofft, dass sich die Digitalisierung positiv auf unser Leben auswirkt. Steffen Lange und Tilman Santarius setzen als Ziel, dass sie sich positiv auf Ökologie und Gesellschaft auswirkt, dass sie beispielsweise zur Energieeinsparung, Ressourcenschonung und Verlangsamung des Klimawandels beiträgt, gleichzeitig positiv für den Einzelnen ist und auch Demokratie und Gerechtigkeit weiterbringt. Daraufhin klopfen sie bereits zu beobachtende Entwicklungen und Auswirkungen sowie Zahlen aus Studien ab und versuchen, die mögliche Zukunft abzuleiten. Tatsächlich überlegen sie, ob gerade das Disruptive (Das-Alte-Zerstörende), das neue Technologien mit sich bringen, helfen könnte, die Gesellschaft ökologischer, sozialer und gerechter zu machen – kommen aber später zu einem anderen Fazit.

Das Buch zeigt viele positive Entwicklungen und Chancen der Digitalisierung auf, die jedoch häufig durch Rebound- und andere Effekte kompensiert werden. Beispiele für den Rebound-Effekt: Durch Effizienzsteigerungen dank dezentraler regenerativer Stromerzeugung und Digitalisierung könnte man Strom sparen, durch smarte Geräte mehr Freizeit haben, wenn Produkte billiger werden, Geld für anderes haben etc., doch tatsächlich führen Effizienzsteigerungen in der Wirtschaft meist zur Produktionserhöhung und damit zum Mehrverbrauch von Rohstoffen und statt mehr Freizeit zu genießen, weil vieles durch die Digitalisierung einfacher wird, werden von den meisten Menschen zusätzliche Aufgaben wahrnommen und statt eingespartes Geld für Sinnvolles einzusetzen, wird mehr Unsinniges gekauft.

Bis jetzt sieht es jedenfalls nicht so aus, als ob am Ende der Digitalisierung automatisch eine smarte grüne Welt im obigen Sinne steht, in der alle vom technologischen Fortschritt profitieren und wir zugleich schonender mit unserer Umwelt umgehen. Vieles deutet eher Richtung „Digitalem Kapitalismus“ oder „Digitalem Neofeudalismus“, in dem sich Geld, und dadurch wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Macht, auf Wenige konzentrieren – viele von denen Nutznießer, die selbst keinen Beitrag zur Infrastruktur derer leisten, an denen sie unvorstellbar viel Geld verdienen, was wiederum (zusammen mit der Globalisierung und Anderem) zur Ungleichverteilung beiträgt. Gleichzeitig droht die Gefahr, dass auch die digitalisierte Wirtschaft Klima und Umwelt stärker belastet, als die Erde verkraften kann.

Lange und Santarius werfen angesichts der beobachteten Entwicklung und Gefahren nicht das Handtuch, sondern entwickeln Prinzipien, wie eine nachhaltige Digitalisierung aussehen könnte, und eine Agenda, damit dies gelingt und die Digitalisierung die Welt doch smarter macht und alle davon profitieren.

Lesestoff zum Nachdenken

Meine Erwartungen an das Buch wurden auf jeden Fall erfüllt. Auch wenn ich persönlich nicht jeder Argumentationskette folge und bei zwei oder drei Zuspitzungen beim Lesen kurz zusammenzuckte, fand ich das Buch unbedingt lesenswert und empfehle es jedem, der mitreden und mitgestalten möchte – je mehr Menschen sich für das Thema interessieren und die verschiedenen Aspekte in die öffentliche Diskussion tragen, desto mehr ist auch die Politik gezwungen, sich nicht nur auf erhoffte wirtschaftliche Auswirkungen von Industrie 4.0 zu konzentrieren, von denen man nicht weiß, ob sie wirklich eintreffen, sondern den Blick zu weiten und die entsprechenden Themen und Nebenwirkungen wie Datenschutzprobleme, Monopolisierung, Ungleichverteilung, Manipulation, Überwachung etc. im Sinne der Bürger in Angriff zu nehmen. Sehr gut gefallen hat mir auch das Plädoyer für eine sanfte Digitalisierung am Ende des Buches.

Die Autoren

Dr. Steffen Lange ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) in Berlin und ehrenamtlich bei Konzeptwerk Neue Ökonomie und anderen Projekten tätig.
Prof. Dr. Tilman Santarius ist wissenschaftlicher Autor und lehrt/forscht über Sozial-ökologische Transformation und nachhaltige Digitalisierung an der TU Berlin und am Einstein Center Digital Futures (ECDF).

Buchdaten

Smarte grüne Welt*
Digitalisierung zwischen Überwachung, Konsum und Nachhaltigkeit
Steffen Lange und Tilman Santarius
oekom verlag** München, 2018
ISBN-13: 978-3-96238-020-5

* Werbelink
** Ich habe ein kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten

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Die Einkaufswelt verändert sich – für Verbraucher, Produzenten und Händler bzw. Handelsplattformen: Die Menschen kaufen zunehmend online und lassen sich Waren liefern, andererseits eröffnen Online-Händler wie Amazon und Alibaba stationäre Läden. Dazu kommt das Einkaufen über Sprachassistenten. Wie sollten sich Produzenten und Händler darauf vorbereiten?

Die Digitalisierug verändert weiterhin die Einkaufswelt. Produkte aller Art werden zunehmend online gekauft – von Mode bis zu Lebensmitteln – sogar Obst, Gemüse und andere Frischeprodukte. Andererseits drängen Online-Handelsplattformen wie Amazon auch auf den stationären Markt: Amazon hat beispielsweise Whole Food, eine große Biomarktkette, übernommen und Amazon Go zum stationären Shoppen eröffnet, Alibaba hat mit Hemafresh in China ebenfalls eigene Läden für Frischeprodukte. Diese Kombination von online und offline nennt sich Multi-Channel-Vertrieb. Dazu kommt zunehmend das Angebot, dem Kunden bestellte Lebensmittel innerhalb weniger Stunden bis vor die Haustür zu liefern.

Warum Marken für Erzeuger und Handel so wichtig werden

Bisher suchten die Kunden die Produkte noch selbst im Laden oder im Online-Shop aus. Doch zunehmend kommen Sprachassistenten wie Amazons Alexa – nicht nur auf dem Smartphone, sondern per Amazon Echo, dem neuen Smart-Home-Mitbewohner – zum Einsatz. Im Osten der USA sollen bereits 5 Millionen Menschen Amazon Echo nutzen. Sie können nur mit ihrer Stimme Bestellungen aufgeben und sich die Produkte nach Hause liefern lassen. Bestellt jemand beispielsweise Milch, schlägt die Stimme von Alexa aus Amazon Echo die Marken vor – auf Basis eines Algorithmus, der das Angebot kennt und weiß, was in der Vergangenheit gekauft wurde.

Für die Menschen, die jetzt aufwachsen, wird die Nutzung solcher „Bequemlichkeittstechniken“ wahrscheinlich ganz normal sein – jedenfalls für die, die sie sich leisten können. Wer als Produzent oder Händler auch in Zukunft noch Produkte verkaufen will, muss für die Bekanntheit und Unverwechselbarkeit seiner Marke sorgen – ebenfalls über alle Kanäle hinweg (Cross-Channel-Marketing).

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Gewächshäuser oder Aquaponiksysteme in Räumen mit Bitcoin Mining heizen

Bruce Hardy, ein Unternehmer aus der Nähe von Winnipeg (Provinz Manitoba/Kanada) will die Landwirtschaft in seiner Region verbessern, indem er die vorhandenen Ressourcen, günstigen Strom aus Wasserkraft und reichlich Süßwasser, bestmöglich nutzt. In einem ehemaligen Automuseum zeigt er, wie man Salat und Kräuter mit dem nährstoffreichen Abwasser der Fischzucht bewässert und düngt und wie man die Anlage mit der Abwärme des Bitcoin Minings beheizt.

Bitcoin Mining
Beim Bitcoin Mining (Bitcoin-Schürfen) lösen leistungsstarke Computer komplizierte kryptografische Aufgaben, damit Transaktionen in neue Blocks der Blockchain geschrieben werden können. Für diese Rechenarbeit erhalten die Computer-Besitzer Bitcoins. Ob sich das finanziell lohnt, hängt vom Strompreis und sonstigen Kosten ab. Das Bitcoin Mining verbraucht viel Strom und es entstehen große Mengen an Abwärme. Man könnte die Abwärme sinnvoll nutzen, beispielsweise für die Beheizung von Gewächshäusern, „Pflanzenfabriken“ und Ähnlichem. Mehr zum Thema Blockchain-Technologie.

 
Ohne das Bitcoin Mining wäre seine Unternehmensgründung viel schwieriger gewesen, sagt Hardy laut Hortibiz (siehe unten). Manitoba sei wegen der günstigen Wasserkraft-Strompreise und den gleichzeitig niedrigen Temperaturen besonders attraktiv für Bitcoin Miner. Sein Unternehmensziel sei es, ein nachhaltiges System zur Nahrungsmittelerzeugung, Gemüse und Fisch, zu schaffen.

Australische Forscher und chinesische Investoren zeigten laut Hardy bereits Interesse an seinen Aktivitäten.

Kombination von Fischzucht, Pflanzenanbau und Abwärmenutzung
Die Kombination von Fischzucht und Pflanzenbau (genannt Aquaponik) wird seit ein paar Jahren überall auf der Welt erprobt, vor allem im Urban Farming. Und auch die nachhaltige Beheizung von Gewächshäusern (mit und ohne Hydroponik- oder Aquaponik-Systemen) mittels Abwärme ist nicht neu, siehe beispielsweise Tropische Früchte und Fische aus Gewächshaus in Oberfranken. Lediglich die Nutzug der Abwärme des Bitcoin Minings ist für diesen Zweck noch nicht so bekannt.

Bitcoin Mining war vor kurzem wegen seines enormen Stromverbrauchs in die Schlagzeilen geraten.

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Gartentrends 2018: Neuheiten und Trends im neuen Gartenjahr

Auch im neuen Gartenjahr gibt es viele verschiedene, oft gegensätzliche Neuheiten und Trends – und jede Gärtnerin/jeder Gärtner mit Balkon, (Dach-)Terrasse oder Garten, kann sich herauspicken, was zu ihm oder zu ihr passt: moderne (Roboter-/Computer-)Technik und/oder computerfreies, naturnahes Gärtnern; Minimalismus oder Bauerngartenromantik bei Gestaltung und Bepflanzung; Designermöbel minimalistisch oder opulent; klare Linien, kreativ Selbstgemachtes (DIY) und/oder Vintage-Möbel und Retro-Deko-Elemente; naturnahe, vielfältige Gartengestaltung, Nützlingsförderung und naturfreundliche Pflege oder Ordnung und Pflegeleichtigkeit; Ziergarten und/oder Selbstversorgung – auch mit Frühstückseiern aus dem eigenen Garten; einen Garten/Gartenplatz zum Entspannen, Wohnen und Wohlfühlen oder einen Tiny Garden zum Tiny House, bei dem das Ressourcen- und Kostensparen im Vordergrund stehen; ausladende Pflanzgefäße oder Elemente für den vertikalen Anbau; Buddhafiguren oder Badenixen aus Keramik in den Beeten oder was auch immer – das entspricht ganz dem Trend zur Individualisierung. Hier sind die meiner Meinung nach wichtigsten Gartentrends 2018.

Gartentrend: Bienen, Schmetterlinge, Vögel und andere Tiere fördern.

Gartentrend „Bienen- und Schmetterlingsfütterung“ nimmt zu: das Gartenglück mit Bienen, Schmetterlingen, Vögeln und anderen Tieren zu teilen, damit es auch ihnen gut geht.

Egal, ob man einen Garten, eine (Dach-)Terrasse oder einen Balkon hat, ob man einen Garten/Parzelle in einer Kleingartengarten/Gemeinschaftsgarten gepachtet bzw. für ein Jahr gemietet hat, ob man sich bei einem Urban-Gardening-Projekt, beispielsweise einem interkulturellen Gemeinschaftsgarten, beteiligt oder ob man nur ein paar bepflanzte Kisten oder Erdsäcke auf einer umfunktionierten Industriebrache stellt, möchte man sich mit seinem gärtnerischen Tun auch selbst verwirklichen und darstellen, sich erholen, vielleicht den Speisezettel bereichern und vor allem eines: daran Freude haben.

Die Gartentrends 2018

Pflanzen des Jahres 2018
Für jedes Jahr werden Blumen, Stauden, Gehölze und Heilpflanzen von unterschiedlichen Organisationen zu ihrer Pflanze des Jahres bestimmt. Dies sind die Pflanzen des Jahres 2018:
Langblättriger Ehrenpreis
Der langblättrige Ehrenpreis (Veronica maritima) ist die Blume des Jahres 2018. Dazu auserkoren wurde er von der Loki-Schmidt-Stiftung.
Staude des Jahres 2018: Taglilie (Hemerocallis)Taglilie
Die Gattung Taglilie (Hemerocallis) wurde vom Bund Deutscher Staudengärtner (BDS) zur Staude des Jahres 2018 auserwählt.
Ess-Kastanie
Die Dr.-Silvius-Wodarz-Stiftung kürte die Esskastanie (Castanea sativa) zum Baum des Jahres 2018.
Ingwer
Der Ingwer (Zingiber officinale) wurde vom Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, bekannt als Paracelsus, zur Heilpflanze des Jahres 2018 bestimmt.
Rizinus, Wunderbaum
Der ein- bis mehrjährige Wunderbaum (Ricinus communis) ist die Giftpflanze des Jahres 2018 – verantwortlich ist der Botanische Sondergarten Wandsbek.
Steckrübe
Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) ernannte die Steckrübe, eine Kreuzung aus Rübsen (Brassica rapa) und Gemüsekohl (Brassica oleracea), zum Gemüse des Jahres 2018. Bereits im Vorjahr hatte der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) auf den Wert dieser vielseitigen Gemüsepflanze aufmerksam gemacht.
Tagetes und Paprika & Peperoni
Fleuroselect, die internationale Organisation der Zierpflanzenindustrie, hat die Iniative „2018 – Jahr der Tagetes und Paprika & Peperoni“ ins Leben gerufen.

Hinweis: Ich habe zur Veranschaulichung teilweise Produktfotos von Amazon.de eingebaut und sie aus Transparenzgründen als Anzeige gekennzeichnet. Wenn jemand über den integrierten Werbelink etwas kauft, bekomme ich eine kleine Provision. Wer das nicht möchte, sollte nicht auf ein solches Bild klicken beziehungsweise nichts kaufen.

Smart Garden – für Technikbegeisterte und Menschen mit wenig Zeit
Die zunehmende Digitalisierung erstreckt sich über alle Lebensbereiche – von der Arbeit bis zum Wohnen – und wird sich immer mehr ausbreiten. Smarte Gartengeräte zum Rasenmähen, Bewässern oder die Gartenbeleuchtung gibt es bereits. Sie können das Leben erleichtern beziehungsweise zeitraubende Gartenarbeiten abnehmen. Inzwischen kann man die smarten Geräte sogar per App steuern. Siehe Smart Garden: Smarte Helfer im Garten, auf dem Balkon und der Terrasse per App steuern.

Vor dem Vergnügen steht allerdings allerhand Planung und Arbeit an: Der passende Roboterrasenmäher muss gefunden werden und man muss dessen Revier mit einem unterirdischen Begrenzungs- und Führungsdraht markieren. Auch eine automatische Bewässerung will geplant und eingerichtet werden. Wem dies selbst zu viel oder zu schwierig ist, der kann die Vorbereitungen (beispielsweise den Begrenzungsdraht für den Rasenmähroboter eingraben oder das Bewässerungssystem aufbauen) sowie die Konfiguration der Automatisierung vor Ort und das Einrichten der App auf dem Mobilgerät von Fachfirmen für den Smart Garden übernehmen lassen.

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Erholen und Genießen im Freien
Der Trend zum Wohnen und Kochen (Grillen, BBQ) draußen nimmt 2018 weiter zu, egal ob auf dem Balkon, im Familiegarten, im Gemeinschaftsgarten mit Sitzbereich oder sonst wo. Der Klimawandel dürfte das langfristig weiter fördern. Gepaart mit dem Gesundheitstrend spielen bei diesem Trend auch frische (Bio-)Kräuter und Gemüse eine wichtige Rolle – am liebsten selbst geerntet. Umgekehrt holt man sich auch gerne Outdoorflair nach drinnen – vor allem im Winter tröstet das darüber hinweg, dass man den Garten nur eingeschränkt nutzen kann.

Im Trend sind auf jeden Fall (weiterhin)

  • multifunktionale Outdoormöbel für das Beisammensein auf der Terrasse,
  • Outdoorküchen,
  • Barbequeplätze,
  • Feuerschalen,
  • stimmungsvolle Gartenbeleuchtung (entweder die Smart-Home- oder eine Solar-Variante),
  • lauschige Plätzchen im Garten, die mit Hängematte, stylischer Designer-Liege und/oder anderen Sitzgelegenheiten zum Lesen oder Ruhen einladen.
  • Kräuter, Gemüse und Obst in Töpfen, Kübeln, Kästen und im Gartenbeet (Trend „Erntefeeling“)

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Gärten für die Sinne
Neben der optischen Harmonie durch die entsprechende Gestaltung, Bepflanzung und Ausstattung sollen durch

  • Klänge (Wasser im Garten, Bodenbeläge, Vogelgezwitscher),
  • Düfte (Duftpflanzen, Räucherstäbchen),
  • Gräser (den Wind sichtbar machen),
  • und kleinen, ruhigen Wohlfühloasen

die Entspannung gefördert und die Sinne angeregt werden.

Flexibel gärtnern in Pflanzgefäßen – nicht nur für das City Gardening/Urban Gardening oder das Urban Farming interessant
Für GärtnerInnen ohne Garten (Trend Urbanisierung) sind Töpfe, Kübel, Pflanzkästen, bepflanzbare Säcke und andere Pflanzgefäße eine gute Möglichkeit, sich am Säen und Pflanzen, am Wachsen und Gedeihen von Pflanzen zu erfreuen. Auch Obst, Gemüse, und Kräuter kann man in solch einem „Topfgarten“ anbauen und ernten. Mehr Details dazu, siehe Topfgarten.
Das Schöne am Gärtnern in Kübeln und Töpfen: Man ist viel flexibler in den Gestaltungsmöglichkeiten und der Verwendung von Pflanzen. Und die Pflanzen, die gerade in einer Ruhephase sind, stellt man einfach in die zweite Reihe oder in einen Erholungsbereich.
Das wissen nicht nur City Gardener/Urban Gardeer zu schätzen, sondern auch GärtnerInnen mit Garten, denn mit Pflanzen in Gefäßen kann man den Eingangsbereich, die Terrasse oder einzelne Plätze im Garten schön und flexibel entsprechend der Jahreszeit oder besonderen Anlässen gestalten.

In den letzten Jahren hat sich bei den Formen und Materialien der Pflanzkübel und Pflanzkästen viel getan. Minimalistische Formen nahmen und nehmen zu, und dadurch, dass die neuen Materialien wie glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK), Fiberclay, Faserbeton, Polystone etc. leichter und preisgünstiger sind als ihre Vorbilder aus kompaktem Naturstein, Keramik, Metall, Beton etc. und ihnen doch so ähnlich sehen mit ihren natürlich wirkenden Grau- und Brauntöne, werden sie besser akzeptiert. Meinem Empfinden nach kann man sie wegen ihres natürlichen Aussehens auch besser mit Terrakotta oder Stein kombinieren, ohne dass sich gleich die Nackenhaare aufstellen. Allerdings lassen sie sich im Gegensatz zu Naturmaterialien bisher nur über den Restmüll entsorgen, wenn sie kaputt gehen sollten (obwohl es für die Flügel von Windparkanlagen, die aus ähnlichen Verbundmaterialien bestehen, schon Recycling-Strategien gibt). Hier stelle ich die neuen Materialien für winterfeste Pflanzgefäße vor: Winterfeste, frostsicher Pflanzgefäße.
Parallel zu dem Trend zu Minimalismus und natürlichen Farben, gibt es aber auch noch/wieder die Trends zu Vintage – Shabby Chic oder Opulenz – und zu knallig fröhlichen Farben. Jeder sucht sich raus, was ihm/ihr gefällt und kombiniert es möglicherweise völlig neuartig.

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Gräser
Egal, ob im Garten, auf dem Balkon oder anderswo, ob große Solitärgräser oder kleine Gräsertuffs im Beet oder Kübel, Gräser werden zunehmend geschätzt. Sie machen den Wind sichtbar, sie können Weichheit und Natürlichkeit in ein Beet zaubern, Kompositionen durch ihre andere Struktur und neuen Farben bereichern und vieles mehr. Zu Gräsern siehe auch Gräser im Staudenbeet und im Topfgarten.

Neue Farben im Garten und Trends bei der Beet- und Balkonbepflanzung
Ich kann derzeit keinen eindeutigen Farbtrend bei den Blütenfarben von Pflanzen ausmachen, denn den Berichten von den Sortenschauen (Flowertrials), wo Züchter, Erzeuger und Handel aufeinandertreffen, und den Katalogen der Gartenversandhändler entnehme ich vor allem eine sehr große Auswahl an Sorten und Blütenfarben. Bronzetöne und Dunkelrot sind mir öfter aufgefallen als früher, ebenso Beetbepflanzungsvorschläge mit hauptsächlich gelben Blüten verschiedener Arten oder mit der Kombination Orange und Blau.

Nachhaltigkeitist auch bei der Beet- und Balkonpflanzung ein Trend: Statt Einjahresblumen werden immer öfter Stauden verwendet, weil sie jedes Jahr wiederkommen, wenn man sie richtig auswählt. Bei diesem nachhaltigen Gärtnern mit mehrjährigen Pflanzen legt man sich naturgemäß auf längere Zeit farblich fest und kann nicht jedes Jahr dem neuesten Farbtrend hinterherlaufen. Allerdings lässt sich das alte Farbschema durch ein dosiertes Einstreuen neuer Farben auflockern. Ansonsten bietet es sich an, die neuen Arten ud Farben erst einmal in Pflanzgefäßen auszuprobieren und sie zum Beet dazu- oder in eine Lücke hineinzustellen.

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Zu Stauden in Gefäßen siehe auch Stauden und Gehölze in Pflanzgefäßen auf Balkon und Terrasse.

Was Farben angeht: In amerikanischen Gartendokus und bei Möbelangeboten für die Wohnung kann man derzeit einen Mexiko-Trend ausmachen: Es werden Farbakzente bei Wänden, Türen, Möbeln oder Accessoiries (Übertöpfe) gesetzt – meist Knallrot pur oder mit Türkis kombiniert. Das passt natürlich nicht zu jedem Garten und seinen BesitzerInen.

Genuss mit grünem Gewissen
Der Trend zu gesundem Essen lässt viele nicht nur zu saisonalem und regionalem Gemüse beim Einkaufen greifen, sondern viele möchten diese selbst naturnah anbauen. Selbstversorgung ist nicht nur Gartenbesitzern vorbehalten, zum Selbstversorger kann man auch ohne eigenen Garten werden.
Die Nachhaltigkeit bleibt angesichts von Klimaveränderung und Artensterben ein wichtiges Thema – auch für Hobbygärtner. Aber naturnahes Gärtnern und Nachhaltigkeit kombinieren die jüngeren GärtnerInnen am liebsten mit coolem Design – das kann auch selbstgemacht sein (DIY).

Gärtnern für die Natur und Naturerlebnis mit Pflanzen und Tieren
Die Hilfe für Igel und Bienen hat sich längst auf andere Gartentiere ausgedehnt, denn nur so können auch Vögel und Fledermäuse überleben. Angesichts des Artensterbens, besonders der Insekten und der Vögel, möchten viele Gartenbesitzer, Balkongärtner und Urban Gardener und andere Hobbygärtner der Natur etwas zurückgeben – aus Verantwortungsgefühl und Dankbarkeit für ihr eigenes Gartenglück. Ihr Garten und ihre Topfgartenbepflanzung dient nicht nur ihrer Erholung und der eigenen Versorgung, sondern ist ein „Wildlife-Garten“ der auch für Igel, Insekten und Vögel da ist.

Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Nützlinge bzw. Insekten kann man fördern, indem man Bäume, Sträucher, Stauden, Kräuter und Blumen auswählt, die diesen in den verschiedenen Lebensphasen und zu den verschiedenen Jahreszeiten helfen (also auch Raupenfutterpflanzen für Schmetterlingsraupen). Das hilft auch den insektenfressenden Vögeln und Fledermäusen. Darüber hinaus wird von einigen Organisationen inzwischen Ganzjahresfütterung für Vögel und das Aufhängen von Nistkästen empfohlen. Ebenso kann man Fledermauskästen und Igelnisthöhlen aufhängen bzw. aufstellen. Wichtiger aber noch ist, dass man den Garten – auch nicht über den Winter – zu sauber aufräumt. Man sollte zumindest Bereiche mit Reisig, Laubhaufen und Totholz belassen und nicht alle Beete über den Winter nackt der Witterung überlassen.

Anhaltender Trend: Hochbeet
Hochbeete braucht man bei Urban-Gardening-Projekten, wenn kein guter Boden zum Anbau vorhanden ist. Hochbeete sind aber auch für normale Gärten eine attraktive Lösung: Das Hochbeet erspart mühsames Bücken und ein Teil des Kompostes kann darin versteckt werden. Eine Spezialform des Hochbeets ist das Tischbeet, an das man sich zum Arbeiten setzen kann – nicht nur für Rollstuhlfahrer eine praktische Lösung, sondern auch für alle Rückengeplagten.

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Auf kleinem Raum Platz schaffen
Die alte Blumenampel hat jetzt eine moderne Konkurrenz: den Tripott, ein Outdoorpflanzgefäß auf drei gekreuzten Beinen, in deren Mitte ein Pflanzsack in Form eines umgedrehten Kegels gehängt wird. Den Tripott kann man im unbepflanzten Zustand mit entsprechendem Zubehör in ein Beistelltischchen oder einen Sektkühler umfunktionieren.

Platz sparen lässt sich auch durch die Ausnutzung der Vertikale. Es gibt immer mehr Fertiglösungen im Gartenfachhandel: beispielsweise Topfregale und bepflanzbaren Wandbehang. In Gartenzeitungen, bei YouTube und in Gartenblogs findet man DIY-Lösungen, die das (teilweise mit Recyclingmitteln) umsetzen.
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Und da, wo es keinen gewachsenen Boden gibt oder GärtnerInnen keine Erde schleppen möchtn, kann man Pflanzen auch ganz ohne Erde anbauen – in Hydroponik, erdeloser Kultur. Im Erwerbsgartenbau wird das seit einigen Jahren bereits im großen Stil gemacht, besonders da, wo es Probleme mit dem Boden gab, und jetzt in den neuen Pflanzenfabriken. Aber auch für HobbygärtnerInnen gibt es immer mehr Angebote an Hydroponiksystemen und das Zubehör für das Zimmer, Gewächshaus, Dachterrassen etc. Das ist das Prinzip der Hydroponik: Die Pflanzen werden in kleine Töpfe mit Glaswolle, Blähton o. Ä. gepflanzt und in Rinnen oder Staubecken so aufgestellt, dass sie nicht umfallen können. Durch die Rinnen zirkuliert eine Nährlösung, in Staubecken nutzt man Ebbe-/Flutsysteme (das Prinzip hat ma auch bei Hydro-Zimmerpflanzen). So werden Wasser und Nährstoffe zu den Wurzeln gebracht. Mehr zur Hydroponik.

Frühstückseier aus dem eigenen Garten
Nein, es sind nicht weißfrüchtige Auberginen gemeint, sondern richtige Hühnereier.

Bis vor etwa fünf Jahrzehnten war es ganz normal, wenn jemand im Garten ein paar Hühner und Stall-Kaninchen für die Versorgung mit Eiern und Fleisch hielt. Zumindest, was die Hühner betrifft, wird das immer öfter von Gartenbesitzern wieder aufgegriffen. Für die einen gehören pickende Hühner einfach zu einem idyllischen Gartenbild, andere wollen auf diese Weise Tierschutz leben: Sie praktizieren artgerechte Haltung und sie nehmen Zweinutzunghühner, die Eier liefern und später als Fleischquelle geeignet sind – im Gegensatz zu den spezialisierten kommerziellen Billig-Eier- oder Fleischproduzenten im Industriestil, bei denen die jeweils „falschen“ Küken gleich nach dem Schlüpfen getötet werden. Für die Tierhaltung in einer Wohnsiedlung (nicht nur Hühner, sondern auch Laufenten gegen Schnecken) ist dringend die Absprache mit den Nachbarn zu empfehlen (Krähen des Hahns, aufgeregtes Schnattern der Laufenten). Eventuell müssen Kompromisse eingegangen werden. Auch muss sehr auf unzugänglich verschlossene Futtervorräte und Hygiene geachtet werden, damit nicht Ratten o. A. angelockt werden, was die Akzeptanz durch die Nachbarn schnell zu Fall bringen kann.

Trend: Tiny Houses – welche Tiny-Gardening-Lösung passt dazu?
Tiny Houses sind ein international starker Trend vor allem bei jungen Leuten im Englisch sprachigen Raum. Tiny Houses sind Winzighäuser, die als Wohnung, Büro, Ferienwohnung o. Ä. im Garten bei Freunden, den Eltern oder sonst wo aufgestellt werden. Manche Winzighäuser haben Räder und sind mehr oder weniger mobil (beispielsweise umgebaute Transporter, Busse, Frachtcontainer, Aufbauten auf Anhängern etc.) andere weniger (Winzighäuser auf Stelzen, ausgebaute Gartenhäuser etc.).

Die Philosophie hinter der Tiny-House-Mode: Die Fans von Winzighäusern wollen weniger Platz, Ressourcen und Dinge in Anspruch nehmen (Nachhaltigkeitstrend, Trend „Zukunftsfähigkeit“), sie wollen sich auf das Wichtige im Leben reduzieren und konzentrieren, vielen ist auch die Mobilität wichtig. Ganz nebenbei sparen sie Geld und haben trotzdem ihr eigenes Heim.

Minihäuser, die immer am gleichen Platz stehen kann man mit Balkonkästen an den Fenstern und Kübeln um den Eingangsbereich verschönern und so auch Anbauplätze für Kräuter und Gemüse schaffen. Je nach Fläche und Nutzungserlaubnis kann man eventuell sogar einen Gemüse- und Kräutergarten oder ein Blumenbeet neben dem Tiny House anlegen. Manche Minihäuser haben ein zur Dachterrasse ausgebautes Dach – dieses kann mit Gartenmöbeln und Pflanzgefäßen zu einer kleinen Wohlfühloase mit Anbaumöglichkeiten gestaltet werden.
Mobile Minihäuser, die oft umziehen, können zumindest ein Dach mit extensiver Dachbegrünung erhalten (dünne Erdauflage mit Sukkulenten bepflanzt, „geordneter“ Ablauf bei Starkregen sollte eingerichtet sein).

Trends: Selbstgemachtes, Recycling/Upcycling
Die Trends „Do It Yourself (DIY)“ und „Gebrauchtes einem neuen Zweck zuführen“ setzen sich auch 2018 fort, denn sie unterstützen das Bedürfnis, sich selbst individuell durch Ideen, Kreativität auszudrücken und sind Teil des Wunsches nach Selbstverwirklichung und Ressourcenschonung.

Gartenzwerge und anderes Figürliches sowie Gartenkunst
Der Gartenzwerg mit der Lampe oder der Schubkarre regiert nicht mehr in deutschen Gärten – jedenfalls nicht mehr alleine – und auch die Rehlein und andere Tierfiguren müssen seit einigen Jahren der Konkurrenz aus Asien oder einem anderen Geschmack weichen. Viele GärtnerInnen heutzutage mögen gar keine Figuren, weil diese die Wirkung der Pflanzengemeinschaften, von Gestaltungselementen wie Mauern und Wegen aus Naturmaterialien sowie von Designer-/Exotik-/Vintage-Möbeln schmälern könnten. Anderen gefällt es, Buddhafiguren und Gartenkugeln als beruhigende Deko-Elemente aufzustellen – ihr lautloses Ommm soll innere Ruhe und Frieden verbreiten und ihren Besitzern Stilgefühl bescheinigen. Einige Garten-/BalkonbesitzerInnen stellen aber doch wieder frisch-freche Gartenzwergexemplare und ihre Freundinnen, die Badenixen, auf. Akzeptiert werden auch Katzensilhouetten, die ihre lebenden Verwandten vom Scharren und Klogang in Beeten abhalten sollen. Ansonsten sind meiner Beobachtung nach derzeit eher abstrakte Deko-Elemente, individuelle Kunstwerke und Windspiele angesagt.

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Fazit Gartentrends 2018: Jedem sein eigenes Reich im Garten, auf dem Balkon oder wo auch immer

Zum Glück kann jeder in seinem eigenen Zuhause machen, was ihm oder ihr gefällt, solange er/sie sich an Vorschriften und Gesetze hält (Baurecht, Grenzabstände etc.). Die einen mögen den minimalistischen Garten mit klaren Linien, für andere ist nur ein romantisch verspielter Garten überhaupt als Garten zu bezeichnen – am liebsten mit Vintage-Gartenhaus oder –Gewächshaus. Die einen wälzen Arbeiten wie Rasenmähen auf einen Roboterrasenmäher ab, andere legen lieber eine Blumenwiese oder ein naturnahes Staudenbeet an, die beide – wenn standortgerecht geplant – ebenfalls weniger Arbeit als ein Rasen machen. Auch die Bewässerung kann man an computergesteuerte Systeme delegieren und damit auch gleich optimieren, andere genießen es dagegen, am Morgen vor einem heißen Tag mit der Gießkanne von Topf zu Topf zu wandern oder mit dem Schlauch durch den Garten zu gehen, wieder andere experimentieren lieber mit eigenen DIY-(Flaschen-)Systemen.

Der Wunsch vieler HobbygärtnerInnen, der Natur und gefährdeten Arten zu helfen, wird inzwischen vom Handel durch torffreie Blumenerden, organische Dünger, bienen- und nützlingsfreundliche Pflanzenarten und Sorten, Überwinterungs- und Nistplätze für Gartentiere und vieles mehr unterstützt. Wer mag, kann sich am Erhalt alter und regionaler Pflanzensorten beteiligen, wer lieber (auch mal) Neues ausprobieren möchte, findet im Handel geschmacklich gute und gleichzeitig widerstandsfähige Sorten neuerer Züchtung (natürlich ohne Gentechnik).

Nur einer hat 2018 das Nachsehen: Der alte piefige Gartenzwerg und seine Rehlein findet keinen Platz zwischen Designermöbeln, Feuerstellen, minimalistischen Steingärten mit Formgehölzen oder in Prairieflairbeeten. Am ehesten erhalten Dekofiguren noch bei den Romantikern ein Heim. Wer aber Gartenzwerge mag oder den kleinen Enkeln mit Märchenfiguren eine Freude machen will, sollte sich nicht abhalten lassen. Trends und Neuheiten sollen unsere Möglichkeiten erweitern, kein Modediktat sein.

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