Smart Garden: Smarte Helfer im Garten, auf dem Balkon und der Terrasse per App steuern

Die einen wollen ihren Mähroboter von unterwegs aus zum Rasenmähen losschicken, die anderen die Urlaubsbewässerung kontrollieren können und wieder andere Hobbygärtner und Hobbygärtnerinnen fühlen sich sicherer, wenn sie ihre Gartenbeleuchtung von unterwegs aus steuern können. Für all diese Wünsche gibt es Lösungen, der Oberbegriff dafür heißt „Smart Garden“ – entsprechend dem Begriff Smart Home*.

Mähroboter mit Stofftieren

Rasenmähroboter gibt es nun schon seit ein paar Jahren. Sie brummen mehr oder weniger vollautomatisch über ihr mit einem eingelassenen Begrenzungsdraht markiertes Stück Rasen. Zu Anfang konnte man sie nur manuell über einen Knopf am Gerät oder über eine Fernbedienung in Bewegung setzen, siehe auch mein Bericht über einen Rasenmäher-Roboter (geschrieben für einen Kunden). Die neue, smarte Generation der Mähroboter kann man sogar über eine App auf dem Smartphone oder Tablet steuern. Beispiel: Der unten abgebildete Gardena Mähroboter mit Smart Control ist mit dem Smartphone über ein smart Gateway vernetzt und kann mit der Gardena smart App für iOS und Android gesteuert werden.

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Ähnlich verhält es sich bei Bewässerungssystemen für den Garten, Terrassen, Balkone und Kleingewächshäuser: Brauchbare Verteilsysteme, gespeist über einen Wasseranschluss oder über einen Wasservorratsbehälter, gibt es schon lange – für Töpfe, Kästen und/oder Beete. Ebenso gibt es seit Jahrzehnten Möglichkeiten zur Automatisierung dieser Bewässerungssysteme – auch für Hobbygärtner: Meistens wurden sie bisher über Feuchtefühler, Zeitschaltuhren (und/oder) Bewässerungscomputern an- und abgeschaltet. Seit Kurzem gibt es nun auch Steuerungssysteme, die man über eine App konfigurieren und steuern kann, beispiel das Gardena Water Control System.

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Zum Smart Garden gehört auch die App-gesteuerte Gartenbeleuchtung beziehungsweise die Beleuchtung auf Balkon und Terrasse. Beim LIGHTIFY System von OSRAM* werden LED-Leuchten mithilfe des Lightify Gateways miteinander vernetzt und per App vom Smartphone oder Tablet aus gesteuert.

Springbrunnen- und Bachlaufpumpen kann man ebenfalls aus der Ferne an- und abschalten, indem man sie an eine spezielle Gartensteckdose* hängt, die in das/ein (Haus-)WLAN integriert wird.

Manch einem Naturliebhaber mag der Smart Garden wie eine Spielerei für Technikfreaks vorkommmen. Tatsächlich ist der Smart Garden nur einer von vielen, teilweise ganz gegensätzlichen Gartentrends (mehr dazu demnächst). Doch dieser Anschluss des Gartens an die digitale Welt kann Berufstätigen oder Menschen, die viel unterwegs sind, das Leben mit Garten erleichtern und damit verschönern. Wer sich nicht selbst mit der Installation und Konfiguration seiner smarten Haus- und Gartengeräte befassen will, kann auch eine Fachfirma (www.tinto.de/fachfirma/) damit beauftragen.

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Garten: Wie bringt man Abwechslung ins Staudenbeet?

Staudenbeete haben den Vorteil, dass man nicht jedes Jahr neu pflanzen muss, denn Stauden sind winterhart und treiben jedes Jahr wieder aus dem Boden aus. Das spart Zeit und Geld. Tatsächlich werden Staudenbeete meist von Jahr zu Jahr schöner – jedenfalls, wenn man Stauden oder Pflanzengemeinschaften gepflanzt hat, die zum Standort allgemein (Licht, Klima, Boden etc.) und zum Platz innerhalb der Pflanzengemeinschaft (Beschattung durch Nachbarpflanzen, Kleinklima, Konkurrenzdruck etc.) passen. So nachhaltig und erfreulich es ist, wenn sich eine Pflanzengemeinschaft als nachhaltig herausstellt, kann sich dadurch nach ein paar Jahren auch ein bisschen Langeweile einstellen und man wünscht sich etwas Abwechslung. Wie kann man frischen Wind ins Staudenbeet bringen?

Kleines Staudenbeet auf einem Tiefgaragendach.

Kleines Staudenbeet auf einem Tiefgaragendach. Nach fünf Jahren überlege ich, ob und wie ich etwas Abwechslung ins Staudenbeet bringen könnte.

Bestandsaufnahme

Diese Überlegungen sollte man anstellen, bevor man sich an die Planung macht:

  • Wie hat sich das Beet in den letzten Jahren gewandelt?
  • Worin liegen die Ursachen? Hat sich beispielsweise der Standort verändert, weil die Gehölze größer geworden sind (Schatten, Konkurrenz um Wasser und Nahrung)?
  • Welche Pflanzen haben sich gut entwickelt und welche nicht?
  • Was gefällt mir am Beet und was nicht?
  • Was wünsche ich mir von meinem verschönerten/neuen Staudenbeet?

Aus solchen Erwägungen ergibt sich meist schon, ob man das ganze Beet umgestalten möchte/muss oder ob punktuelle Eingriffe ausreichen.

Bei einer Neuanlage würde man eine neue Beetplanung vornehmen, alle Stauden herausnehmen, den Boden verbessern und dann alte(/geteilte) und neue Stauden nach dem neuen Plan einpflanzen.

Eine komplette Beeterneuerung ist nicht nur bei großen Veränderungswünschen/-zwängen zu empfehlen, sondern auch, wenn das Beet stark mit Wurzelunkräutern (Giersch, Ackerwinde/Zaunwinde, Quecke etc.) verunkrautet ist. Bei einer kompletten Beeterneuerung kann man die Pflanzenballen mit einer Grabgabel herausheben, die Wurzelstücke aus den Pflanzenballen klauben und die sonstige Erde einmal durch ein Sieb schaufeln, bevor man die Stauden (teilt und) und wieder auspflanzt.

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Punktuelle Eingriffe für Abwechslung im Staudenbeet

Ein paar Ideen in Stichworten, mit denen man frischen Wind ins Beet bringen kann – in der Regel ist es besser, nur einzelne davon auswählen, damit das Beet nicht ein buntes Tohuwabohu wird:

  • Rückschnitt oder Ersetzen zu groß gewordener Gehölze in der Umgebung, um Beschattung und Konkurrenzdruck zu reduzieren oder, wenn man den Standort belässt: „unglückliche“ Pflanzen gegen besser geeignete austauschen,
  • (neue) Gehölze oder Großstauden (beispielsweise hohe Gräser) in den Hintergrund pflanzen (oder in großen Pflanzgefäßen dahinter stellen),
  • Leitstauden (das Bild besonders prägende Stauden) austauschen beispielsweise gegen Sorten mit anderer Blütenfarbe, Laubfarbe o. ä. – allerdings sollte man das große Ganze im Auge haben: Standorteignung, Blüte- und Blattschmuck im Jahresverlauf, Bienenfreundlichkeit etc.,
  • zu breit gewordene Stauden ausgraben, teilen und nur ein Teilstück zurückpflanzen – das gibt manchen Staudenarten einen Frischekick,
  • zusätzliche Begleitstauden mit Blüten im gleichen Farbschema, aber mit anderer Struktur dazwischen pflanzen für einen abwechslungsreichen, aber harmonischen Eindruck,
  • zusätzliche Begleitstauden, deren Blüten Farbtupfer im starken Kontrast zum bisherigen Farbschema sind, hinzufügen für einen fröhlicheren Gesamteindruck,
  • weiß blühende Begleitstauden, Halb- oder Zwergsträucher dazwischen setzen, um einen Eindruck von mehr Leichtigkeit und Verspieltheit zu vermitteln,
  • dunkellaubige Begleitstauden bzw. solche mit dunklen Blütenfarben dazwischen setzen, um eine Tiefenwirkung zu erzeugen,
  • Gräser dazupflanzen – sie machen den Wind sichtbar und bringen mehr Natürlichkeit in die Pflanzung (wenn sie zur sonstigen Pflanzengemeinschaft passen),
  • eine Lücke für saisonale Bepflanzung schaffen, in die man, jedes Jahr etwas anderes direkt säen/pflanzen oder ein bepflanztes Großgefäß oder bepflanzbares Kunstwerk stellen kann. Geeignet für die saisonale Bepflanzung sind
    • nicht-frostharte Stauden, Knollen- und Blumenzwiebelpflanzen, die man am Saisonende ausgräbt und geschützt überwintert,
    • einjährige Beet- und Balkonpflanzen und
    • so genannte Kübelpflanzen (nicht winterharte Gehölze und andere aus einem milderen Klima), die im Sommer draußen stehen und samt Blumenkübel im Gewächshaus oder an einem vergleichbaren Platz überwintert werden.

Herbst- oder Winterpflanzung

Die beste Zeit, ein Staudenbeet neu zu gestalten oder umzugestalten, ebenso wie Stauden zu teilen, sind Frühjahr und Herbst.
Der frühe Herbst (September) mit seinen gemässigten Temperaturen sowie Tau und Regen hat als Pflanzzeit den Vorteil, dass die Pflanzen schon vor dem Winter schön anwachsen und sich an den Standort gewöhnen können. Das gibt ihnen im Frühjahr einen Vorsprung.
Das Frühjahr hat als Pflanzzeit den Vorteil, dass die Pflanzen bereits bereits über den Winter gekommen sind. Die Pflanzen werden kurz vor oder mit beginnendem Austrieb gepflanzt. Für empfindliche Stauden wie manche Gräser und Farne sowie für spät blühende Stauden ist das Frühjahr zu bevorzugen.
Einzelne Stauden kann man auch im Sommer nachpflanzen, wenn diese in einem der Pflanzengröße angepassten Topf geliefert werden und man vorsichtig pflanzt (ohne den Ballen zu zerstören). Zwar ist das Pflanzen theoretisch zu jeder Jahreszeit möglich, aber im Hochsommer mit Stress verbunden – für die Pflanzen und für den Hobbygärtner oder die Hobbygärtnerin, wenn sie während einer hochsommerlichen Hitzeperiode versuchen, die neu erworbenen Kostbarkeiten mit Schattieren und besonders aufmerksamem Gießen vor Schaden zu bewahren.

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Mulchen sollte man Stauden übrigens erst, wenn sie sehr gut angewachsen sind, und auch dem Standortanspruch entsprechend – typische Steingartenstauden sollte man nicht unter einem Berg Rindenmulch begraben und Waldstauden nicht mit Schotter mulchen.

Falls jemand andere Ideen hat, freue ich mich über Vorschläge und Erfahrungen in den Kommentaren.

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Wie werden Blumentöpfe, Kübel und andere Pflanzgefäße möglichst umweltgerecht entsorgt?

Am umweltfreundlichsten und billigsten ist es, wenn man Töpfe, Schalen, Pflanzkübel und andere Pflanzgefäße möglichst viele Jahre im Einsatz hat, sie eventuell upcycelt (verschönert oder anders aufmotzt) und weiterverwendet. Aber manchmal werden es einfach zu viele Gefäße oder sie sind so kaputt, dass man sie nicht mehr verwenden kann. Oder man mag sie einfach nicht mehr. Wie wird man die Blumentöpfe und Pflanzgefäße aus den verschiedenen Materialien dann wieder los?

Tontöpfe

Was tun, wenn ein Pflanzgefäß kaputt geht oder nicht mehr gefällt? Die wenigsten Probleme mit der Entsorgung bereiten natürliche Materialien.

Pflanzgefäße aus Naturstein, Holz und Keramischen Massen (Ton, Terracotta etc.)
Schalen, Töpfe, Tröge, Kübel und andere Gefäße aus Naturstein kann man im Grunde ewig im Einsatz haben. Oft sind sie sogar recht wertvoll. Falls man sie wirklich nicht mehr mag, kann man sie an Liebhaber verschenken/verkaufen oder zweckentfremdet nutzen, beispielsweise kann man aus ihnen ein Wasserspiel o. ä. bauen oder man nutzt sie um etwas zu beschweren.

Auch Gefäße aus Holz, beispielsweise Pflanzkästen oder halbierte Fässer, kann man sehr lange nutzen. Sie lassen sich notfalls reparieren und verkaufen/verschenken. Wenn gar nichts mehr geht, kann man sie zerhacken und im Kamin verfeuern.

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Tontöpfe und Terracottagefäße sind normalerweise langlebig. Sind sie defekt, kann man sie zerschlagen und die Scherben zur Dränage oder zum Schutz des Abflusslochs vor Verstopfung bei anderen Pflanzkübeln verwenden. Hat man mehr Scherben, als man braucht, kann man sie in haushaltsüblichen Mengen in den Restmüll geben. Bei größeren Mengen sollte man sie zum örtlichen Wertstoffhof bringen, wo sie normalerweise zum Bauschutt gehören.

Pflanzgefäße aus Metall
Pflanzgefäße aus Metall gibt es matt, hochglänzend und mit Edelrost – jeweils mit einer völlig anderen „Aussage“. Doch bei der Entsorgung sind sie gleich.
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Pflanzgefäße aus Edelstahl und anderen Metallen kann man zum Wertstoffhof bringen, dort gibt es in der Regel einen Container für Schrott, dessen Inhalt in einen Recyclingprozess eingebracht wird, bei dem die Metalle aussortiert und wiederverwendet werden.

Gefäße aus Beton, Kunststein etc.
Schalen, Kübel und andere Pflanzgefäße aus Beton, Kunststein und ähnlichem, für die man keine Verwendung mehr hat, werden in der Restmülltonne entsorgt. Sind sie zu groß, bringt man sie zum Wertstoffhof  und muss sie dort beim Bauschutt abgeben.

Im Zweifelsfalle sollte man das Wertstoffhofpersonal vor Ort fragen, die Leute sind in der Regel sehr hilfsbereit. Allerdings sollte man nach möglichen Gebühren fragen, bevor man schwere Sachen eine steile Treppe hinauf zur Containeröffnung schleppt. Erscheinen die Gebühren zu hoch, kann man das Gefäß wieder mitnehmen und sich eine andere Lösung überlegen – vielleicht entscheidet man sich doch, aus dem Kunststeintopf einen Miniteich zu basteln.

Gefäße aus Kunststoff und Verbundstoffen (Fiberglas/faserverstärkter Kunststoff, Fiberclay, Fiberstone etc.)
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Plastiktöpfe, in denen Pflanzen geliefert wurden, kann man anschließend für die eigene Jungpflanzenanzucht – also Aussaat oder Stecklingsvermehrung – oder für Zimmerpflanzen, die sowieso einen Übertopf erhalten sollen, verwenden. Wer mag, kann die Töpfe auch anmalen oder mit Sprühfarbe umfärben – schon hat man einen ganz neuen Stil und/oder Farbakzent auf dem Balkon oder der Terrasse.

Plastiktöpfe, die kaputt sind oder die man nicht mehr mag und die ursprünglich als „Verpackung“ mit gekauften Pflanzen ins Haus kamen, darf man in den meisten Kommunen in den gelben Sack oder die gelbe Tonne stecken. Extra gekaufte Plastiktöpfe/-Übertöpfe, Pflanzkübel, Schalen oder andere Pflanzgefäße aus Kunststoff gehören in die Restmülltonne.

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Pflanzgefäße aus den neuen Verbundmaterialien wirken oft sehr natürlich und schön. Oft vereinen sie Materialeigenschaften ganz verschiedener Materialien. Ihre Entsorgung belastet die Umwelt allerdings mehr als natürliche Materialien. Doch sind die meisten immerhin recht langlebig – was auch die Frostfestigkeitsgarantien verschiedener Hersteller zeigen.

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Für Pflanzgefäße aus Faserverbundstoffen wie Fiberglas, Fiberclay, Fiberstone, Faserbeton, Polystone und wie sie alle heißen, gilt derzeit i. d. R. die Recyclingklasse 7, das heißt: Es ist kein Recycling vorgesehen. Man muss sie als Endverbraucher, wenn man sie nicht für etwas anderes verwenden kann (z. B. als Aufbewahrungskiste im Keller), in den Restmüll geben beziehungsweise mit großen Gefäßen zum Wertstoffhof fahren und sie dort beim Sperrmüll abgeben.

Andererseits fallen große Mengen solcher Verbundstoffe als Abfall beim Abbau von alten Windkrafträdern und beim Ausrangieren von Leichtflugzeugen und Booten an und an ihnen ist die Zementindustrie interessiert – sie nutzen sie als Energielieferant und sind auch an den mineralischen Zusätzen interessiert. Für diesen Zweitnutzungsprozess gibt es Recyclingunternehmen wie die Fibreglass Recycling Europe – doch die werden von Unternehmen für ihre Arbeit beauftragt. Ich habe keine Sammelstelle und kein Kreislaufsystem für Endverbraucher gefunden, obwohl über das Thema Recycling von Verbundstoffen schon lange gesprochen wird. Die Hersteller der Fiberglas-/Faserverbund-Pflanzgefäße, die ich angeschrieben habe, bieten leider keine Rücknahme an und kennen auch keine Sammelstellen für Endverbraucher.

Sollte ich etwas Neues in Erfahrung bringen oder kann einer der Leser und Leserinnen etwas zum Thema Entsorgung von Pflanzgefäßen beitragen, werde ich es hier gerne noch ergänzen.

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Winterfeste, frostsichere Pflanzgefäße

Wie winterfest und frostsicher sind Töpfe, Schalen, Kübel und andere Pflanzgefäße aus den alten und neuen Materialien und was kann man tun, um die Frostbeständigkeit zu erhöhen?

Verschneiter Tontopf mit blühender Minitulpe

Pflanzgefäße, die draußen überwintern, sollten wetterbeständig und frostsicher sein.

Seit Jahrzehnten überwintere ich auf und um meine Terrasse herum mehrjährige Pflanzen in Töpfen, Schalen und Kübeln draußen: Blumenzwiebelpflanzen, Stauden, Gräser, Gemüse (Topinambur), Obst (Mini-Kiwi), Kräuter (Thymian, Rosmarin, Salbei und Schnittlauch) und auch Ziergehölze. Hatte ich in meiner Studentenzeit noch hauptsächlich einfache Kunststoffkübel als Pflanzgefäße, leistete ich mir später auch Ton- und Terrakottagefäße, weil sie mich an Urlaube und das Leben im mediterranen Raum erinnerten. Inzwischen liebäugle ich auch mit einigen der modernen Materialien und neuen Formen – weswegen ich mich intensiver mit dem Thema auseinandergesetzt habe.

Frostsichere Pflanzgefäße für die Herbst-/Winter- oder Ganzjahresbepflanzung

Die Plastikkübel aus der Studentenzeit hielten in der Regel viele Jahre durch, bevor Wurzeln sie sprengen konnten. Auch manche meiner Terrakottagefäße habe ich bereits seit vielen Jahren, andere allerdings waren schon nach einem oder zwei Wintern so stark geschädigt, dass ich sie nur noch zerschlagen und als Dränage in anderen Gefäßen verwenden konnte. Doch woran liegt es, wenn bestimmte Ton-/Terrakotta- und auch andere-Pflanzgefäße (sowie Vogelbäder, Kunstwerke etc.) nicht frosttauglich sind? Die, die zerbrechen, sehen oft nicht viel anders aus als die frostsicheren. Und welche anderen frostsicheren Materialien hat man bei Pflanzgefäßen, Kübeln, Töpfen, Schalen zur Auswahl?

Zwei verschiedene Ton-/Terrakottatöpfe

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als haben beide Töpfe den Winter gut überstanden.

Wie man die Frostsicherheit von Töpfen, Kübeln, Schalen und anderen Pflanzgefäßen beeinflussen kann

Dies gefährdet die Frostsicherheit:

  • Fehlender Wasserablauf
    Wenn überschüssiges Wasser aus einem Pflanzgefäß nicht ablaufen kann, beispielsweise wenn kein Ablaufloch vorhanden ist, oder der Topf dicht schließend auf einer glatten Oberfläche oder in einem hohen Untersetzer mit Wasser steht und dieses Wasser im Winter zu Eis gefriert, dehnt es sich aus und kann seinen Pflanzbehälter sprengen.
  • Ungeeignete Form
    Formen, die oben enger sind, sind stärker gefährdet, weil sich die Pflanzerde bei der Eiskristallbildung nicht so gut ausdehnen kann.
  • Ungeeignetes Topfmaterial beziehungsweise Zusammensetzung
  • Herstellungsverfahren
    Die Art der Herstellung kann die Frostsicherheit ebenfalls beeinflussen, beispielsweise die Brenntemperatur bei so genannten Keramischen Massen.
Topf aus Ton mit Frostschaden im unteren Bereich

Der größere der beiden oben gezeigten Töpfe war bereits nach einem Winter unten kaputt. Vermutlich lag es nicht (nur) am Material, sondern wahrscheinlich war auch der Wasserablauf behindert.

Das fördert die Frostsicherheit von Gefäßen:

  • Überschüssiges Wasser muss ablaufen können:
    • Das Ablaufloch sollte sich am besten unter dem Topf befinden.
    • Man sollte Abstandshalter unter den Topf legen bzw. haben manche Pflanzgefäße von vornerhein Füßchen unten am Topf, damit das Ablaufen nicht behindert werden kann. Abstandshalter gibt es beispielsweise bei Gärtner Pötschke*
  • Das Gefäß sollte oben eher breiter als unten sein.
  • Man sollte ein geeignetes Material bzw. Materialmischung wählen, das mit
  • einem entsprechenden Herstellungsverfahren verarbeitet wurde.

Weitere Schutzmaßnahmen gegen Frostschäden an Pflanzgefäßen (und auch den darin stehenden Pflanzen):

  • Töpfe, deren Materialien nicht sicher frostfest sind, kann man näher an eine Hauswand ziehen, denn Wände geben nachts Wärme ab.
  • Pflanzgefäße kann man mit einem Schutzmaterial ummanteln oder bedecken.
    Zum Einen kann dann der Wind das Gefäß nicht zusätzlich auskühlen, zum Anderen wird die Sonnenseite abgedeckt, sodass die Temperaturunterschiede zwischen sonnenzu- und –abgewandter Seite sowie zwischen Tag und Nacht geringer ausfallen. (Aus diesem Grund werden auch Baumstämme von empfindlichen Gehölzen auf der sonnenzugewandten Seite weiß angestrichen – dann kann sich die sonnenzugewandte Seite nicht durch die Strahlung erhitzen, während die andere Seite gefroren bleibt).
Töpfe mit Schneedecke

Eine Schneedecke bietet ebenfalls Schutz vor tiefem Frost.

Frostsichere Pflanzgefäße – Materialien/Materialmischungen und ihre Herstellung

Aus den hier gelisteten Materialien, gibt es frostfeste Pflanzgefäße.

Frostbeständigkeitsgarantie
Aus manchen der im Folgenden genannten Materialien gibt es sowohl frostsichere, als auch weniger frostsichere Pflanzgefäße. Am besten lässt man sich die Frostfestigkeit vom Hersteller/Händler zusichern. Manche Anbieter geben von sich aus eine Garantie, beispielsweise gibt es von Hentschke auf manche Gefäße 7 Jahre Frostfest-Garantie (Hentschke bei Amazon.de*) und von Esteras von Emsa auf Pflanzgefäße aus Fiberglas mit Mehrschichttechnik sogar 10 Jahre (Esteras bei Amazon.de*) – aber unter der Voraussetzung, dass überschüssiges Wasser ungehindert aus dem Gefäß abfließen kann. Fragen Sie nach solchen Garantien!

Naturstein
Pflanzgefäße und als solche genutzte Tröge/Tränken aus Naturstein sind nicht nur besonders schön, sondern auch extrem schwer. Dafür sind sie sehr standfest – das ist besonders wichtig, wenn man höhere Pflanzen, wie Bäume oder Sträucher, im Pflanzgefäß kultivieren möchte.
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Naturstein, aus dem es Pflanzgefäße gibt, sind beispielsweise Granit, Marmor, Kalkstein, Sandstein und Lava.
Dass auch Stein nicht grundsätzlich vor Witterung und insbesondere Frost sicher ist, weiß jeder, der schon mal im Gebirge war. Selbst Granitgefäße benötigen einen ungehinderten Wasserablauf, damit sich nicht überschüssiges Wasser staut und zu größeren Mengen Eis gefrieren und sich ausdehnen kann!

Vorsicht: Es gibt auch so genannte Steingefäße, die im Inneren aus Fiberglas oder aus Holz bestehen und nur außen mit Naturstein (beispielsweise Marmor) besetzt sind. Diese eignen sich i. d. R. nur für Innenräume.

Pflanzenbaulicher Hinweis zur Überwinterung im Freien
Wer Pflanzen draußen überwintert, sollte wissen, dass Pflanzen bei gefrorener Pflanzenerde und gleichzeitigem Sonnenschein vertrocknen können – dann verdunsten sie nämlich oben Wasser, aber unten ist kein flüssiges Wasser zum Aufnehmen da. An solchen frostsonnigen Tagen sollte man am späten Vormittag vorsichtig ein wenig in den Wurzelbereich gießen.

Keramische Massen (Beispiele: Terrakotta, Impruneta, Steinzeug)
Terrakotta („gebrannte Erde“) sind unglasierte Tonwaren, die einmal bei relativ niedrigen Temperaturen (900 – 1000 °C) gebrannt wurden. Der verwendete Ton und seine mineralische Zusammensetzung und eventuelle Beimischungen bestimmen die Farbe und die Eigenschaften. Stammte der Ton aus Impruneta und wurden sie bei etwas höheren Temperaturen gebrannt, dann heißen sie diese Tonwaren Impruneta und sind wesentlich frostfester als die normale „Siena-Terrakotta“.
Auch Terrakotta aus manchem Familienbetrieb in Kreta wird bei Temperaturen von 1120 °C gebrannt und soll frostfest sein.
Steinzeug wird bei Temperaturen von 1200 – 1300 °C gebrannt, wobei es sintert (d. h.: alles Flüchtige verschwindet aus der Masse, dann werden aus den tonigen Bestandteilen neue Minerale gebildet, Kristalle schließen sich zusammen und werden durch glasige Bestandteile verkittet). Pflanzgefäße aus Steinzeug sind i. d. R. frosthart.

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Fiberglas-Pflanzgefäße
Fiberglas ist der Kurzname für faserverstärkten Kunststoff, auch Faser-Kunststoff-Verbund genannt. Die verstärkenden Fasern können aus Keramik, Quarz, Glas, Stahl und vielem anderen hergestellt worden sein. Glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK) enthält zur Verstärkung Glasfasern. Der Kunststoff ist meist Kunstharz (Expoxidharz, Polyesterharz).
Die Eigenschaften von Fiberglas-Pflanzgefäßen können je nach verwendeten Materialien sehr unterschiedlich sein. Nicht alle Pflanzgefäße aus Fiberglas sind frosthart, die Chancen stehen am besten, wenn Sie dem Gefäß einen Wasserablauf (Abflussloch + Abstand zur Fläche darunter) geben. Nur unter dieser Voraussetzung werden auch jeweils Frostbeständigkeitsgarantien gegeben.

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Fiberclay
Fiberclay – im Englischen auch Fibreclay geschrieben – ist ein ((glas)faserverstärkter Ton, hergestellt aus einer Fiberglasmatte mit Tonbrei und oft wohl auch mit einer Kunststoffbeimischung. (Die Verwendung der Namen  für die verschiedenen Verbundstoffe scheint mir seitens der Hersteller nicht ganz einheitlich).

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Fiberstone
Fiberstone – im Englischen auch Fibrestone geschrieben – wird meist aus Glasfasern, Kunstharz (Expoxidharz) und Steinpulver hergestellt. Das Material ist stoßfest, witterungsbeständig und meist frostfest und kann den Produkten, die aus ihm gefertigt sind eine sehr natürliche Steinoptik verleihen. Das Material kann aber auch eingefärbt oder beschichtet werden.

Faserbeton
Faserbeton enthält Fasern aus Kunststoff- oder Glasfasern. Er ist schwer und damit sind die Gefäße standfest. Außerdem ist das Material äußerkst witterungsbeständig und i. d. R. auch frostfest.

Polystone
Polystone besteht aus Kunstharz, der im flüssigen Zustand mit Gesteinsmehl vermengt wurde. Polystone hat ebenfalls einen sehr natürlichen Steinlook, ist aber schwerer als Fiberstone. Pflanzgefäße aus diesem Material haben eine gute Standfestigkeit bei Sturm, außerdem werden viele als besonders frostfest beworben – sicherheitshalber sollte man aber nachfragen.

Kunststoff
Pflanzgefäße aus Kunststoff gibt es aus verschiedenen Kunststoffen, in vielen Designs, Formen und Farben und mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften. Manche kann man optisch kaum von einem Naturmaterial unterscheiden – ähnlich wie bei den Verbundmaterialien oben (GFK, Fiberclay etc.), andere sehen doch sehr nach Billigplastik aus. Besonders gefragt in den letzten Jahren: Granitoptik.

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Metall
Metalle sind in der Regel frostsicher. Pflanzkästen und Pflanzgefäße gibt es beispielsweise aus (pulverbeschichtetem) Aluminium, (gebürstetem) Edelstahl, (gewollt korrodierter/Edelrost-) Stahllegierung (Cortenstahl), verzinktem Stahl und pulverbeschichtetem Stahlblech (mit Kunststoffeinsatz).

Holz
Pflanzkübel aus Holz sind ein Blickfang, der Natürlichkeit ausstrahlt. Holz ist frostfest. Die Langlebigkeit von Holzgefäßen hängt von der Holzart, der Verarbeitung, Behandlung (beispielsweise Ausflammung zur Haltbarmachung) und Pflege sowie vom Material und der Behandlung der Verbindungselemente ab. Beim Kauf neuer Gefäße aus Hartholz sollte man darauf achten, dass es sich um FSC-zertifiziertes Holz aus nachhaltigem Anbau handelt und die Verbindungsstücke ebenfalls witterungsbeständig sind.

Steinguss (Betonguss, Kunststein)
Steinguss wird aus Zement, Wasser und Zuschlagstoffen wie Sand, Torf, Perlite zusammengemischt und in eine Form gegossen. Wenn man fertige Gefäße aus Steinguss kauft, sollte man sich nach der Frostfestigkeit erkundigen. Wer solche Gefäße selbst macht, muss eine Mischung wählen, die erfahrungsgemäß frostfest ist (Beispiel für eine frostfeste Schale bei Selbermachen – nicht den Rundstab für den Boden vergessen, der den späteren Wasserablauf ausspart). Es gibt aber unzählige Anleitungen bei YouTube und in Blogs. Einen feinkörnigen, wetterfesten und frostsicheren Vergussmörtel auf Basis von weißem Zement gibt es beispielsweise hier: Steinguss*.

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