Was ist Clean Eating und wie geht es?

Unter Clean Eating („sauberes Essen“) versteht man eine Ernährung ohne künstliche Zusatzstoffe, ohne künstliche Aromen, Farbstoffe und anderes, was die wahre Natur eines Lebensmittels verschleiert, es künstlich verschönt, die Schwächen einer billigen Produktion und Verarbeitung übertüncht oder Lebensmittel durch chemische Zusätze zumindest optisch ewig leben lässt. Clean Eating setzt statt dessen auf ursprüngliche landwirtschaftliche, gärtnerische oder Fischerei-Erzeugnisse, die weitgehend ohne unnötige und vor allem ohne künstliche Zusatzstoffe, aber trotzdem köstlich zubereitet werden. Natürliches, gesundes Essen aus nachhaltiger Herstellung für ein bewusstes Leben eben. Und das umzusetzen ist gar nicht so kompliziert.
Einfach, schnell und clean: Gebratener grüner Spargel mit Tagliatelle und Parmesankäse

Ich persönlich bin nicht dogmatisch, was Essen anbetrifft, und auch keine Ernährungsextremistin. Aber wenn ich mein Essen selbst zubereite, setze ich immer auf „Clean Eating“, auf weitgehend natürliches Essen, und zwar schon seit Jahrzehnten, lange bevor es den Ausdruck Clean Eating oder den Trend gab. Es begann damit, dass ich durch einen Fachartikel darüber aufgeklärt wurde, was in manchem Fruchtjoghurt aus dem Supermarktsregal drin ist, was weder mit einem Milchprodukt noch mit Früchten zu tun hat: beispielsweise Gelatine (aus Knochen), natürliches Fruchtaroma (das mit Pilzkulturen auf Holz erzeugt wird), Rote-Beete-Saft (damit die Farbe passt) und anderes mehr. Fortan gab es bei mir nur noch Bio-Naturjoghurt mit frischen oder eingeweckten Früchten. Je mehr ich mich mit den Inhaltsstoffen beschäftigte, desto häufiger griff ich lieber auf das naturbelassene Ausgangsprodukt zurück und bereitete es mit frischen Zutaten nach meinem Geschmack zu. Da mir Fertigsoßen und manche Fertiggerichte oft sowieso nicht schmeckten oder aber einen fiesen Nachgeschmack hinterließen, der mich im Nachhinein vor dem eben Verzehrten ekeln ließ, verzichte ich weitgehend darauf.

Ich finde: Es gibt doch bessere Möglichkeiten, schnell etwas auf den Tisch zu bringen als viele der Fertigerzeugnisse, die angeboten werden. Ich persönlich schlage lieber ein paar Eier in die Pfanne und esse dazu ein gutes Butterbrot, als mir ein Fertiggericht mit künstlichen Zusatzstoffen aufzuwärmen (jedenfalls meistens).

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Künstliche Zusatzstoffe

Zu den Zusatzstoffen gehören Farbstoffe, Konservierungsstoffe, Verdickungsmittel, Emulgatoren, Geschmacksverstärker, Antioxidantien, Säuerungsmittel, Trennmittel, Treibmittel und Zuckeraustauschstoffe. Es gibt natürliche und künstliche Zusatzstoffe. Beispielsweise ist Essigsäure ein natürliches Konservierungsmittel, Natamycin ein künstliches, das im Verdacht steht, allergiefördernd zu sein.
In der Europäischen Union erlaubte Zusatzstoffe haben alle eine E-Nummer (Essigsäure: E260, Natamycin: E235). Es bleibt aber dem Hersteller überlassen, ob er die Nummer oder den Namen des Zusatzstoffes auf die Verpackung druckt. Nicht alle Zusatzstoffe sind schädlich – weder alle natürlichen, noch alle künstlichen -, aber manche werden doch als gesundheitlich nicht einschätzbar bis problematisch angesehen. Und die, die sich für Clean Eating entscheiden, möchten weitgehend auf sie verzichten.

Clean Eating ist ein Trend, wie es zuvor Rohkost und Vegane Ernährung waren. Aber gerade für die Veganer wird die Umstellung zur Herausforderung (wenn sie nicht Bio-Veganer waren), denn viele der Ersatz-Fleisch-/Wurst-/Käseprodukte für die vegane Ernährung sind voller Zusatzstoffe, um eine bestimmte Konsistenz und den gewünschten Geschmack nachzuahmen.
Auch viele normale Brotwaren aus dem Supermarkt enthalten alle möglichen Zusatzstoffe, die man in Brotwaren nicht erwartet und als Purist lieber nicht essen möchte.

Vorteile des Clean Eating

Manche Menschen, die Clean Eating ausprobiert haben, berichten von besserer Verdauung, besserer Haut, mehr Energie, besserem Schlaf und besserer Konzentrationsfähigkeit. Soweit würde ich persönlich nicht gehen – vor allem, weil ich kein klares Vorher und Nachher habe, die ich miteinander vergleichen könnte. Und schlecht schlafen tue ich seit Jahrzehnten und leider immer noch, was wahrscheinlich mit meinem Konsum an digitalen Medien und dem unregelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus eines Workoholics zu tun hat, dagegen hilft auch kein Clean Eating, jedenfalls nicht alleine. Jedoch sagt mir mein Körper, wenn ich nicht clean gegessen habe: Manches rächt sich durch Sodbrennen (und daraus resultierende, zusätzliche Schlaflosigkeit), anderes durch einen Blähbauch und deshalb Unwohlseingefühl. Auch schmecken mir einfache, natürliche Gerichte einfach besser. Ich schrecke zurück, wenn eine Soße einen merkwürdigen Glanz hat und hauptsächlich salzig-fettig schmeckt, wie es bei manchen Fertigsoßen der Fall ist. Und ich mag kein Brot, das nach Zusatzstoffen und nicht einfach nach Brot schmeckt.

Produkte ohne (künstliche) Zusatzstoffe

Wer sich clean ernähren möchte, greift am besten auf unverarbeitete landwirtschaftliche, gärtnerische oder Fischerei-Erzeugnisse und bei weiterverarbeiteten Produkten auf „handwerklich“ gefertigte (vom Bäcker, der noch selbst backt, vom Fleischer, der seine Wurst und Fleischzubereitungen selbst macht, etc.) oder solche mit Bio-Siegel zurück.

Bio-Produkte sind frei von Geschmacksverstärkern, Farbstoffen, Süßstoffen und Stabilisatoren!

Von der EU zugelassene Zusatzstoffe sind laut EG-Öko-Verordnung nur dann erlaubt, wenn das Lebensmittel ohne den Zusatzstoff weder hergestellt noch haltbar gemacht werden kann (Liste der laut EG-Öko-Verordnung erlaubten Zusatzstoffe). Noch strenger als das EU-Biosiegel sind die Richtlinien der ökologischen Anbauverbände wie Demeter, Naturland, Bioland und andere. Sie haben jeweils unterschiedliche Richtlinien, aber alle schränken die erlaubten Zusatzstoffe noch weiter ein. Am strengsten ist Demeter – selbst natürliche Aromen sind nicht erlaubt.

Was aber tun, wenn man clean essen will, aber es schnell gehen soll?

Wer sich die Auswahl vom Pizza-Lieferservice & Co. online anschaut, stellt fest, dass dort oft keine Zusatzstoffe angegeben sind, obwohl das Landgericht Berlin nach einer Klage so entschieden hat (Mitteilung des LG Berlin). Da die Produkte aber selten als Bio-Qualität ausgewiesen sind und wahrscheinlich meistens (teilweise) vorbereitet sind, würde ich davon ausgehen, dass sie Zusatzstoffe enthalten. Sie passen also nicht zum Clean Eating.

Als Clean Eater ist man also auf frisch Gekauftes, frisch Geerntetes sowie auf die Vorräte im Kühlschrank und der Speisekammer angewiesen. Wenn man diese im Bioladen, Biomarkt oder in der Bioabteilung gekauft oder im eigenen Bio-Garten gepflückt hat, ist man auf der sicheren Seite. Ansonsten sollte man den Metzer oder Bäcker fragen, ob beziehungsweise welche seiner Erzeugnisse ohne Zusatzstoffe gefertigt sind.

Ein paar Ideen für schnelle Clean-Eating-Rezepte (Beispiele):

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Besser essen ohne Zusatzstoffe (Besser leben ohne)*
Annette Sabersky
oekom verlag, August 2019
ISBN: 978-3-9623-8125-7







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Thujenhecken – Pro und Contra

Die Einstellung zur Thujenhecke teilt Gartenbesitzer, Kleingärtner, Garten- und Landschaftsgärtner, Naturschützer und andere in Befürworter und Gegner. Die einen schätzen die robusten Zypressengewächse aus dem feucht-kühlen Norden Amerikas, die anderen befinden sie als Fremdlinge und wertlos für unsere heimische Tierwelt. Pro und Contra Thujenhecken und Alternativen.
sehr alte Thujenhecke
Selbst diese alte Thujenhecke ist durch den regelmäßigen Formschnitt schmal im Vergleich zu einer Hecke aus freiwachsenden heimischen Blühgehölzen wie Kornelkirsche, Weißdorn oder Schlehe (siehe Pflanzen für Nützlinge).

Ich muss zugeben, ich hätte früher keine Koniferenhecke gepflanzt, geschweige denn eine Thujenhecke. Thujen waren absolut out, nachdem unsere Elterngeneration die Gärten mit Koniferen zugepflanzt hatten, weil sie diese offensichtlich schick fanden. Aber als ich in den 1980er-Jahren in ein altes Haus mit Garten zog, war die Thujenhecke schon da. Und da das Grundstück neben einer viel befahrenen Straße lag, lernte ich sie bald zu schätzen: Unser Garten war dank der dichten Hecke nicht einsehbar, geschützt vor Lärm und Schmutz und statt Verkehr hatten wir eine beruhigend grüne Wand vor Augen, wenn wir im Garten frühstückten.

Dabei nahm uns die schmale Hecke wenig vom Garten weg, da sie im Vergleich zu einer Wildgehölz-Naturhecke oder zu freiwachsenden bunten Hecken mit Laubgehölzen weniger Platz braucht (siehe auch Hecken und begrünte Rankgitter).

Contra Thujenhecken

Mir waren zwar die Nachteile einer einseitigen Koniferenbepflanzung bewusst, aber ich war doch etwas überrascht, dass manche Naturschützer Thujenhecken geradezu verteufeln.

Die Contra-Thujenhecken-Argumente lauten, Thujen seien bei uns nicht heimisch und wertlos für die heimische Fauna, beispielsweise keine Futterpflanze für Insekten, ungeeignet für den Nestbau von Vögeln und auch keine Futterpflanze für diese.

Pro Thujenhecken

Thujenhecken-Befürworter stellen heraus, dass Thujen robuste Pflanzen sind, die auch im Winter mit ihren Schuppenblättern belaubt/benadelt sind (weshab sie „immergrün“ genannt werden). Thujenhecken bieten damit ganzjährig mehr Sichtschutz sowie Wind-, Staub- und Lärmschutz als beispielsweise sommergrüne Laubgehölzhecken – bei gleichzeitig weniger Platzbedarf als freiwachsende Hecken. Auf dem Land können die dichten Koniferenhecken zudem Wildtiere vom Gemüsegarten fernhalten.

Die Thuje ist zwar keine Futterpflanze, die wie die Vogelkirsche im Frühjahr Bienen und anderen Insekten Nektar und Pollen und im Sommer Vögeln Früchte liefert, aber die Thuje beherbergt immerhin Spinnmilben, Blattläuse, Käfer, Miniermotten und andere Kleinlebewesen, welche Nahrung für die Gartenvögel sind. Viele Hobbygärtner beobachten zudem, dass Amseln und andere Vögel sehr wohl auch in Thujenhecken nisten und kleine Vögel sich unter und hinter ihnen vor Greifvögeln etc. verstecken.

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Alternative zur Thujenhecke: die Eibenhecke

Wer eine immergrüne Hecke möchte, die wenig Platz benötigt, kann als Alternative zur Thujen- aber auch eine Eibenhecke pflanzen. Die Eibe (Taxus baccata) ist ein heimisches Nadelgehölz. Ihre Nadeln bleiben auch im Winter dunkelgrün, was für manche edler wirkt als manche Thujenarten und Sorten mit kupfrig-braunem Winterkleid. Die Eibe ist ebenfalls recht robust, verträgt Frost, schattige und sonnige Standorte, lässt sich gut schneiden (im Gegensatz zur Thuje auch bis ins alte Holz), mag aber – wie auch die Thuje – weder Staunässe, noch extrem trockene oder sehr saure Böden. Der Unterschied: Die Thuje wächst etwas schneller, ist allerdings ein Flachwurzler und vor allem in jungen Jahren sehr empfindlich gegenüber Bodentrockenheit, die Eibe ist dagegen ein Tiefwurzler und es macht ihr weniger aus, wenn der Boden oberflächlich austrocknet. Sie verträgt Schatten und Trockenheit etwas besser als Thujen.

Im Gegensatz zu anderen Nadelbäumen bilden Eiben keine Zapfen. Statt dessen entwickeln die weibliche Pflanzen leuchtend rote Früchte, die aus der Ferne wie Beeren wirken und von Vögeln als Speise geschätzt werden.

Hinweis zur Giftigkeit von Thujen und Eiben

Thujen und Eiben sind giftig.
Von der Informationszentrale gegen Vergiftungen (Universitätsklinikum Bonn) wird die Eibe als giftig bis sehr giftig eingestuft, wobei das Gift Taxin in Nadeln und Samen enthalten sind. Gefährlich sind die leuchtend roten Beeren, die Kinder zum Zugreifen verlocken: Zwar ist das Fruchtfleisch selbst nicht giftig, aber die enthaltenen Samen dafür extrem.
Auch die Thuje ist giftig, wobei die giftigen ätherischen Öle im Holz, in den Zapfen und besonders in den Zweigspitzen enthalten sind. Allerdings verlocken Thujen nicht gerade zum Verzehr. Der Hautkontakt mit Thujen kann allerdings allergische Reaktionen hervorrufen, weshalb man beim Heckenschneiden Handschuhe anziehen sollte.

Meine Meinung

Ich finde, das Thema Thujenhecke ist keines, das man so schwarzweiß malen muss, wie es manche strengen Naturschützer tun. Meiner Meinung nach hat die Thujenhecke ihre Berechtigung als Sicht- und Windschutz, Schutz vor Straßenlärm und (einen Teil der) Autoabgase, vor allem wenn der Garten klein ist. Sogar einige Vogelarten nisten in Thujenhecken, andere verstecken sich vor ihren Feinden in der Nähe oder am Fuße der Thujenhecke. Zwar ist die Thujenhecke keine Blütenpflanze, die Nektar und Pollen produziert, aber in ihr halten sich „Schädlinge“ auf, die Nahrung für deren Gegenspieler, beispielsweise die Gartenvögel, sind.

Wer mag, kann alternativ eine Eibenhecke aus heimischen Eiben pflanzen – ich persönlich würde diese aber nur als Gestaltungselement innerhalb des eigenen Gartens (ohne Kleinkinder), aber nicht als Grundstücksbegrenzung an einem öffentlichen Bürgersteig verwenden.

Trotzdem sollte ein Garten nach Möglichkeit vielfältig sein und nicht nur aus Rasen und Thujenhecke bestehen und es spricht alles dafür, zusätzlich (heimische) Pflanzen anzubauen, die unseren Vögeln, Igeln, Nutzinsekten und anderen Lebewesen auch Blüten mit Nektar und Pollen, andere Kleinbiotope und Ähnliches bieten.
Außerdem ist bei jeder Neuplanung heutzutage zu bedenken, dass der Klimawandel Standorte verändert: Die Standorte, die jetzt vielleicht noch für die feuchtigkeitsliebenden Thujen geeignet sind, werden es bald vielleicht nicht mehr sein. Und diese Standortfrage wird nicht nur bei Thujen zu stellen sein, sondern auch bei europäischen Pflanzen, die jetzt noch zur regionalen heimischen Flora gehören: Auch heimische Pflanzen, die jetzt an einem bestimmten Standort gedeihen und gut funktionierende Gemeinschaften mit anderer Flora sowie Fauna bilden, tun dies in ein paar Jahren wahrscheinlich nicht mehr am gleichen Platz, weil sich das Klima und damit die Standortbedingungen verändert haben werden.

bunte Hecke aus Blühgehölzen
Bunte Laubgehölzhecken sind in der Vegetationszeit ein echter Hingucker, aber im Winter nicht blickdicht.

Man wird sehen, wo sich die regionale heimische Flora anpassen kann und wo sie sich (sinnvollerweise) von Neulingen aus südlicheren Gefilden Europas und von anderwo, die besser zu den neuen Standortbedingungen passen, verdrängen lassen muss.

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Gartenhäcksler mit Profi-Power

Artikelkennzeichnung siehe unten.

Wer einen eigenen Garten besitzt, kennt das Problem. Wenn Bäume oder Sträucher beschnitten werden müssen oder abgestorben sind, fällt jede Menge Abfall an. Doch wohin damit, wenn die Biotonne schon voll und das Verbrennen nicht erlaubt ist? Die herumliegenden sperrigen Äste und Zweige bieten in der Regel keinen besonders schönen Anblick. Ein Gartenhäcksler ist in einem solchen Fall des Rätsels Lösung. Das Schreddern der Abfälle sorgt nicht nur für einen gepflegten Garten, es trägt auch zum nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen bei. Denn die Häckselschnitzel müssen nicht zwangsläufig einfach weggeworfen werden. Zum Wegebau im Garten können sie ebenso genutzt werden wie zum Verheizen in einem Holzofen oder zum Mulchen.

Günstige Billighäcksler oder hochwertiges Markengerät

Bevor es jedoch an die Verwertung der Häckselschnitzel geht, muss zunächst jedoch erst einmal der passende Häcksler für den individuellen Gebrauch gefunden werden. Die Zahl der im Fachhandel, im Baumarkt und im Internet angebotenen Modelle ist so vielfältig, dass es nicht ganz einfach ist, den richtigen Schredder zu finden. Die Frage, ob ein Elektrohäcksler für den privaten Gebrauch ausreicht oder ob es doch lieber ein Gerät mit einem leistungsstarken Benzinmotor sein sollte, steht dabei ebenso im Raum wie die Frage nach dem Preis. Häcksler gibt es in den unterschiedlichsten Preisklassen. Günstige Schredder sind zum Teil schon für weniger als 100 Euro zu bekommen. Doch sind diese Billig-Häcksler wirklich ihr Geld wert? Es muss ja nicht gleich das Profi-Gerät für mehrere tausend Euro sein, aber gewisse Bedingungen sollte ein Garten-Schredder schon erfüllen. Um seine Arbeit zuverlässig zu erledigen, ist ein ausreichend starker Motor notwendig. Die besonders günstigen Geräte können in diesem Punkt oft nicht überzeugen. Ihr Antrieb ist einfach zu schwach und kann leicht überhitzen. Um einen Motorschaden zu vermeiden, müssen deshalb immer wieder Pausen eingelegt werden. Ein potenterer Motor erlaubt dagegen ein kontinuierliches Schreddern und macht es so möglich, die Arbeit rasch zu beenden. Da das Schreddern, unabhängig vom eingesetzten Gerät, stets mit einer erheblichen Geräuschentwicklung verbunden ist, werden es auch die Nachbarn zu schätzen wissen, wenn das Häckseln in einem angemessenen Zeitraum erledigt ist. 

Schnelle, laute Messer oder leise, langsame Walze – das ist hier die Frage

Wie hoch die Geräuschentwicklung ausfällt, hängt maßgeblich von der Arbeitsweise des Häckslers ab. Unterschieden wird hier zwischen Walzenhäckslern und Messerhäckslern. Während die Gartenabfälle bei einem Walzenhäcksler mit Hilfe einer Schneidwalze zerkleiner werden, rotiert bei einem Messerhäcksler eine Schwungscheibe mit scharfen Klingen im Inneren des Gerätes. Bei der Lautstärke haben die Walzenhäcksler die Nase klar vorn. Sie sind deutlich leiser als die Messerhäcklser. Allerdings arbeiten die Leisetreter auch erheblich langsamer als ihre krawalligen Kollegen. Die Alternative heißt also leise und lange oder kurz und laut. Die verschiedenen Arbeitsweisen haben jedoch nicht nur Auswirkungen auf die Lautstärke und die Arbeitsgeschwindigkeit, sondern auch auf das Häckselprodukt. Zweige und Äste, die gewalzt wurden, eignen sich perfekt zur Kompostierung. Messer erzeugen dagegen hervorragendes Mulchmaterial.

Ganz gleich ob Walze oder Messer, elektrisch oder benzinbetrieben, die günstigen Modelle aus dem Baumarkt und dem Internet verfügen in vielen Fällen nicht über die Qualität, die ein hochwertiger Häcksler aus dem Fachhandel bietet. Wer lange Freude an seinem Gartenhelfer haben möchte, ist mit einem Markengerät auf lange Sicht sicherlich besser bedient.

* Sponsor-Posts sind informative Artikel meiner Werbepartner

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Warum werden Thujen braun und was kann man dagegen tun?

Wenn Thujen, auch Lebensbäume genannt, braun (oder gelblich oder schwarz) werden oder gar Absterbeerscheinungen zeigen, heißt es die Ursache zu finden, denn nur dann kann man wirksame Maßnahmen ergreifen.
Wer Thujen hat, träumt von frischem, satten Grün. Doch manchmal sieht die Realität anders aus . Und dafür gibt es viele mögliche Ursachen. (Bild: © Lord-ArronaX / pixabay)

Natürliche Laubfarben und Verfärbungen bei Thujen

Es gibt Lebensbaum-Sorten wie die Thuje ‚Golden Smaragd‘, deren Laub absichtlich im äußeren Bereich gelb-golden ist. Sie sind so gezüchtet worden, um mehr Laubfarben zur Gestaltung zu haben. Und es gibt Arten und Sorten, die sich zum Winter im äußeren Bereich kupferfarben verfärben. Letzteres zeigt an, dass sich die Gehölze auf den Winter vorbereiten: Indem sie das Chlorophyll in den Nadeln (Schuppenblätter) umbauen, reduzieren sie den Wasserverbrauch. Dies kehrt sich im Frühjahr wieder um.

Thujen-Verbräunungen erfassen

Bevor man sich mit den vielen möglichen Ursachen befasst, sollte man noch einmal zurückdenken und die Thuje(n) noch einmal genau unter die Lupe nehmen:
Weiß man, wie die Sorte heißt? Ist es die Thujensorte ‚Smaragd‘?
Wann sind die Verfärbungen zum ersten Mal aufgetreten?
Hatte man davor gedüngt?
Werden ganze Zweige braun?
Oder nur einzelne Triebe: im Inneren des Gehölzes oder eher außen an den Spitzen?

Braunwerden und Absterben von Thujen, ohne dass Krankheiten oder Schädlinge die Ursache sind

Oft sind es nicht Krankheiten oder Schädlinge, die einzelne Triebe oder gar die ganze Thuje braun werden oder gar absterben lassen, sondern Probleme mit dem Boden, dem Klima oder Kleinklima, mit Streusalz, Düngung und Pflege und anderes mehr. Solche Ursachen, die nicht von Bakterien, Pilzen oder anderen Schädlingen/Schadorganismen hervorgrufen werden, heißen abiotische Faktoren.

Düngungsproblem, Kalium-Überschuss bei Thuje ‚Smaragd‘

Vor allem bei der Thuje ‚Smaragd‘ zeigen sich im Mai nach der Frühjahrsdüngung manchmal Verbräunungen im Inneren der Pflanze. Im Herbst kommt es bei dieser Sorte ebenfalls zu Verbräunungen im oberen Drittel des Gehölzes. Versuche der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau (LVG) Bad Zwischenahn deuten darauf hin, dass bei Letzterem ein ungünstiges Verhältnis von Kalium zu Calcium in den Schuppenblättern die Ursache ist. Daraus folgt die Empfehlung, Thujen – vor allem die Sorte ‚Smaragd‘ – nicht in zu kaliumreiche Böden oder Topferden zu pflanzen, die Frühjahrsdüngung spät und sparsam durchzuführen und auch bei der Kalium-Düngung im Sommer/Herbst sehr zurückhaltend zu sein beziehungsweise eine Bodenprobe machen zu lassen und eventuell Calcium, den Gegenspieler zu Kalium, zu düngen.

Salzkonzentration durch Streusalz und durch mineralische Düngung

Thujen, die neben Flächen stehen, die im Winter gestreut werden, leiden unter dem Eintrag von Streusalz im Wurzelbereich. Sind die Wurzeln geschädigt, zeigt sich das zeitverzögert am Laub: Es wird braun. Dagegen hilft nur: die Pflanzen abzubrausen und gut zu wässern, damit das Salz in tiefere Bodenschichten geschwemmt wird.

Schäden wie durch Streusalz können auch durch zu starke mineralische Düngung hervorgerufen werden.

Trockenheit

Die bei uns gängigen Thujenarten Thuja occidentalis und Thuja plicata stammen aus dem Norden Amerikas. Sie sind zwar robust und frosthart, aber ihre Wurzeln gehen nicht sehr tief. Das heißt, dass sie bei längerer Trockenheit Probleme bekommen – auch im Winter! Angesichts des Klimawandels dürften Thujen zunehmend Probleme mit Bodentrockenheit bekommen.

Im ersten Standjahr darf der Boden daher nur in den obersten Zentimetern austrocknen. Damit sich die Pflanzen auf den Winter vorbereiten können, wird ab Juli kein stickstoffhaltiger Dünger mehr gegeben. Während längerer Phasen ohne Regen sollte man Thujen bewässern. Gut angewachsene Pflanzen kann man außerdem mulchen, um für eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit zu sorgen. Vor den ersten Bodenfrösten sollte man den Boden prüfen und bei Trockenheit noch einmal gut wässern.

Staunässe

So wichtig Wasser für Thujen ist, Staunässe mögen sie nicht. Wenn überschüssiges Wasser nicht abfließen kann, muss man die stauende Schicht aufbrechen und für eine Dränage sorgen – am besten natürlich vor der Pflanzung.

Saurer Boden, Mangan-Überschuss

Bei Böden mit niedrigem pH-Wert wird im Boden zu viel Mangan pflanzenverfügbar, was zu schwarzbraunen Verfärbungen der Triebe führt. Außerdem hemmt der Mangan-Überschuss die Aufnahme von Eisen, Magnesium und/oder Calcium, was zusätzlich Mangelsymptome für diese hervorrufen kann. Bei vermutetem Mangan-Überschuss sollte man daher als erstes den pH-Wert prüfen und kann bei Werten unter 5,5 mit Kalk düngen, damit der pH-Wert erhöht und weniger Mangan verfügbar ist.

Zu tiefer Heckenschnitt

Thujen muss man regelmäßig schneiden, wenn sie nicht zu breit werden sollen. Wer beim Heckenschnitt bis ins „Braune“ schneidet, um eine alte Hecke zu verschlanken, wird sich ärgern, denn aus den alten Ästen wachsen keine grünen Triebe mehr.

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Pilzkrankheiten an Thujen und was man tun kann

Dies sind die häufigsten Pilzkrankheiten an Thujen.

Kabatina-Zweigsterben (Kabatina thujae)

An den Triebenden hellen sich vor allem die jungen Schuppenblätter auf und werden dann braun. Eine Gefahr ist die Krankheit in der Regel nur für Jungpflanzen. Gegenmaßnahme: Befallene Triebe herausschneiden.

Didymascella-Schuppenbräune (Didymascella thujina, Synonym: Keithia thujina)

An den unteren Zweigen hellen sich einzelne, ältere Schuppenblätter auf und werden dann braun. Über die Jahre kann sich der Befall ausbreiten, die Seitentriebe abfallen und die Triebe verkahlen. Gegenmaßnahmen: Befallene Triebe schneidet man heraus. Bei sehr engem Pflanzenbestand am Standort: Benachbarte Pflanzen pflanzt man eventuell um oder lichtet sie aus, damit die Luftzirkulation im Bestand besser wird.

Pestalotia-Triebsterben (Pestalotia funerea, Synonym: Pestalotiopsis funerea)

Diese Krankheit tritt an geschwächten Thujen auf. Die Braunfärbung beginnt an den Blattspitzen und breitet sich aus. Bekämpfung: Gegen Über- oder Unterernährung, Luftverschmutzung und andere schwächende Faktoren vorgehen. Befallene Triebe entfernen.

Schädlinge an Thujen und was man tun kann

Dies sind die am häufigsten an Thujen auftretenden Insekten und Spinnentiere, die – meist im Zusammenspiel mit schwächenden abiotischen Faktoren (beispielsweise Trockenheit) – schädlich werden können. Ansonsten sind diese Tiere Futter für die Gartenvögel – denn an Futter hat die Thuje ihnen sonst nichts zu bieten.

Nadelholzspinnmilbe (Oligonychus ununguis, Synonyme: Tetranychus ununguis, Paratetranychus ununguis)

Die Nadelholzspinnmilbe gehört zu den Spinnentieren – erkennbar an 4 Beinpaaren (Insekten haben 3 Beinpaare). Die Nadelholzspinnmilbe schlüpft ab etwa April aus den roten Wintereiern und saugt an den Blattschuppen, die sich daraufhin gelblich-bräunlich färben. Zunächst halten sich die 0,3 bis 0,4 mm großen Spinnmilben überwiegend im Pflanzeninneren auf, später wandern sie auch nach außen. Der Schaden fällt meist zuerst an den unteren Trieben auf.

Zypressenblattlaus (Cupressobium juniperium)

Die Zypressenblattlaus saugt an den Trieben, die daraufhin gelb bis rötlich braun werden. Die Blattläuse schlüpfen im März aus Wintereiern und nehmen ihre Saugtätigkeit auf. Auf dem Honigtau, den sie ausscheiden, siedeln sich meist Rußtaupilze an.

Dickmaulrüssler (Otiorhynchus sulcatus)

Die erwachsenen Käfer fressen an der Rinde, wodurch die Pflanzenteile darüber nicht mehr versorgt werden. Es kommt zu Verbräunungen und zum Absterben. Die Larven der Dickmaulrüssler leben im Boden und schädigen Wurzeln.
Zur Bekämpfung der erwachsenen Käfer gibt es nachfüllbare Käferfallen mit Nematoden, auf denen die Käfer durch die Nematoden mit einem Bakterium infiziert werden, für die Bekämpfung der Larve werden die Nematoden mit der Gießkanne ausgebracht.

Thuja- und Wacholder-Borkenkäfer (Phloeosinus thujae, Phloeosinus aubei)

Diese beiden Borkenkäferarten befallen bevorzugt geschwächte Bäume: Im Frühjahr fressen sich die 2 mm weiblichen Käfer in die frischen Triebe. Diese werden blass und knicken häufig auch ab. Später bohren sich die Käfer zur Eiablage in die Rinde des Stammes, wo Mutter- und Larvengänge gefressen werden. Die Käfer überwintern im Larvenstadium im Stamm und fressen sich im nächsten Frühjahr nach außen. Vorbeugend sind: standortgerechte Pflanzenauswahl, gute Bodenvorbereitung vor der Pflanzung sowie eine ausreichende Bewässerung. Bereits befallene Triebe sollte man herausschneiden, solange die Käfer in den frischen Trieben sind, und das Schnittgut aus dem Garten entfernen. Sind die Käfer bereits im Stamm, muss die ganze Pflanze entfernt werden, bevor sich die Nachkommen nach außen fressen und weitere Gehölze befallen.

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Thuja-Miniermotte (Argyresthia thuiella)

Die Raupen der Thuja-Miniermotte fressen ab Mai Gänge in die Blattschuppen, die sich dann gelbbraun bis braun färben. Mit der Lupe erkennt man mit Kot gefüllte Miniergänge, in denen die bis zu 3 mm langen Raupen leben. Aus diesen Raupen werden nach dem Verpuppen kleine helle Falter, die wieder Eier legen, aus denen Ende August die nächste Generation Raupen schlüpft und ihren Fraß aufnimmt, der über den Winter andauert. Vorbeugung: Vögel sind wichtige natürliche Gegenspieler und sollten gefördert werden. Bekämpfung: Befallene Triebe sollten vor dem Winter herausgeschnitten werden.

Fazit

Die standortgerechte Pflanzenauswahl, ein durchlässiger Boden im pH-Bereich 6 bis 7 sowie eine optimale Wasser- und Nährstoffversorgung hilft nicht nur gegen Mangel- oder Überernährung, sondern beugt allen Krankheiten und Schädlingen vor. Kranke oder abgestorbene Pflanzenteile sollten immer herausgeschnitten werden. Gegen Blattläuse und Spinnmilben können im Notfall, bei starkem Befall und wenn keine Nützlinge für eine natürliche Dezimierung sorgen, zugelassene Wirkstoffe gegen Insekten und Spinnmilben gespritzt werden, beispielsweise Fettsäure-Kaliumsalze (Kali-Seife) und Rapsöl.

Buchtipp:

Gartenprobleme – was tun? *
Eva Schumann
Obst- und Gartenbau-Verlag München
80 Seiten
ISBN 978-3-875-96109-6



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